Euro Null Acht


Welch’ ein Spanien!
Juni 26, 2008, 11:07
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Das war nicht jenes Russland wie wir es gegen Holland gesehen haben. Es war auch nicht das Russland, von welchem wir nach dem Duell mit Schweden schwärmten, nein, es waren nicht einmal die Russen, die im Startspiel gegen Spanien etwas zu hoch und ohne Superstar Arschawin 1:4 auf die Mütze kriegten.

Es war ein harmloses Russland, welches wir im Halbfinal gegen die selben Spanier zu sehen bekamen. Aber… es waren die Spanier, welche sich hervorragend auf diese jungen, wilden, schnell kombinierenden Russen einstellten. Von einem Arschawin erfuhr man nur vom Hörensagen, dass er sich überhaupt auf dem Wiener Rasen befinden soll. Goalgetter Pavlychenko sah sich in der spanischen Defensive souverän abgemeldet. Semshovs gefährliche Weitschüsse gab es in diesem Spiel nicht und Zhirkov – der konnte sich seine Flügelläufe sonstwohin stecken.

Es waren die Spanier, die brillierten. Und wie! Obwohl Torschützenleader David Villa schon nach 34 Minuten verletzt vom Feld musste und sein Sturmpartner Fernando Torres mit fortlaufender Torflaute ebenfalls ausgewechselt wurde, stand weiterhin ein Topsturm in den Reihen der Spanier. Daniel Güiza, Torschützenkönig der Primera Division, erzielte kurzerhand sein erstes Tor für die spanische Nationalmannschaft, während Cesc Fabregas mit zwei glorreichen Assists und weiteren gelungenen Aktionen glänzte. Iniesta und Senna kurbelten das Spiel aus dem Mittelfeld an und einer spielte absolute Weltklasse: Sergio Ramos! Sein Spiel war 1A! Perfekt! Grossartig! Note 10! Das 3:0 ist, im Gegensatz zur Gruppenpartie gegen den selben Gegner, nicht im Geringsten zu hoch. So spielen eigentlich nur Europameister! Allerdings weiss man ja nie… gegen die Deutschen.



Deutschland im Finale – und warum wir gerne ZDF einschalten
Juni 26, 2008, 2:45
Gespeichert unter: Deutschland, Russland, Spanien, Türkei

Sergio mag Beni Thurnheer nicht und er versteht es nicht im Geringsten, dass ich ihn lustig finde. Tue ich eigentlich auch gar nicht. Was ich meinte war, dass ich Toni Polster in etwa gleichermassen lustig finde wie Beni Thurnheer. Kann ja sein, dass sich jemand noch nicht satt gehört hat, wie der Alpentoni den Namen des Kroaten Srna als «das Reh» übersetzt oder dem Dani Wyler galante Komplimente für dessen fachkundliches Wissen macht. Grundsätzlich würde ich jedoch den Toni und den Beni in Sachen Humor auf die gleich Stufe setzen und schaue mir die EURO-Spiele gerne auf ZDF an.

Es sei denn, auf ZDF ist grade Mattscheibe weil im deutschsprachigen Raum ein Orkan die internationalen TV-Signale wegbläst. So wie während des Halbfinals der Deutschen gegen die Türken. Ich will ja mal nicht wissen, wie viele fiegende Bierbecher die vorderste Reihe der Berliner Public Viewing-Zone abbekommen hat. Mich jedenfalls hätte die Sendeunterbrechung ein kleines bisschen erzürnt. Der Griff zur Fernbedienung brachte uns nun doch noch auf die Frequenz von SF Zwei wo eben jener Beni Thurnheer über Miroslav Klose erzählte, dass jener Stürmer stets für einen Einnetzer gut sein würde, selbst wenn man ihn während der restlichen Spielzeit nicht wirklich in Aktion sehen würde. Eine halbe Minute später schädelte Klose zum 2:1 ein. Beni hatte für einmal recht – Glück gehabt.

Wir schauten uns das Spiel bei Ronny an und bei Ronny zu Hause gewinnt immer Deutschland. Immer! 2002 kuckten wir uns bei Ronny die Deutschen gegen Paraguay an, welches Deutschland 1:0 gewinnen konnte. Vier Jahre später siegten sie gegen Schweden und später gegen Argentinien in der Penaltykonkurrenz. Und nun hauten sie auch die Türken aus dem Turnier und sich selber ins Endspiel um Europas Fussballkrone.

Im Finale vom Sonntag trifft Jogi Löw mit seiner Truppe auf den Sieger aus der Partie Spanien contra Russland. Ob Arschawin und Company an die hervorragende Leistung aus dem Viertelfinale gegen Holland anknüpfen und Revanche für die 1:4-Gruppenspiel-Schlappe gegen die Spanier nehmen kann? Mit Sicherheit wird in Wien eine andere Equipe auf dem Platz stehen als noch vor gut zwei Wochen in Innsbruck. Zudem wird sich zeigen, ob sich die Jungs von Coach Aragones die 120 Minuten aus dem Viertelfinal-Marathon gegen Italien bereits aus den Tretern schütteln konnten. Mit einem spannenden Spiel wird auf jeden Fall fest gerechnet! Mein Tipp: Russland – Spanien 2:1 n.Verl.



118 Minuten Rasenschach…
Juni 21, 2008, 12:11
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Die Kroaten und die Türken tasteten sich in Wien bereits kräftig ab, als ich noch auf dem Weg von der Innenstadt nach Hause war. Ich rätselte noch, ab welcher Spielminute ich dem Spielgeschehen am Fernsehgerät beiwohnen würde, da überraschte mich eine Massnahme der VBL. Die zeigten doch auf ihren Flatscreens im Bus  tatsächlich das Spiel – live und direct! Ich war hocherfreut.

Trotz allem verpasst ich, von einem Kroaten-Lattenknaller mal abgesehen, nichts und wieder nichts. Die Partie lebte von taktischem Geplänkel, von Rasenschach, von Angsthasen-Fussball. Aber… das Spiel lebte auch von der Spannung. Dass das Viertelfinalspiel in die Verlängerung ging, war die logische Folge und auch, dass die Entscheidung schlussendlich erst im Elferschiessen entschieden wurde, durfte angesichts des Spielverlaufs erwartet werden, nicht aber diese fulminante Schlussphase!

118 Minuten waren gespielt als Türken-Hüter Rüstü einen kleinen Ausflug an der Grundlinie unternahm. Modric flankte den Europass auf Klasnics Schädel – 1:0! Kroatien im Freudentaumel, Trainer Bilic vor Freude kaum zu halten! In Kroatien holte man den Champus aus dem Kühler, währenddem man in der Türkei wohl lange Gesichter machte. Die Sache schien gegessen, man bemitleidete bereits die aufopferungsvoll kämpfenden Türken als dem eingewechselten Sentürk doch noch der Ausgleich gelang – in der 119. Minute. Unglaublich! Welch ein Finish!

Im Elfmeterschiessen zeigte sich wieder einmal die ausserordentliche Penaltyschwäche der Schweizer. Nachdem wir Eidgenossen schon an der WM 2006 gegen die Ukraine sämtliche Penaltys verschossen, brachten auch die Schweiz-Kroaten Petric und Rakatic gegen die Türkei nichts zählbares zustande. Da vorher bereits Shootingstar Modric seinen Elfer nicht versenken konnte, ist es nun die Türkei, welche am Mittwoch in Basel mit den Deutschen um den Einzug ins Finale kämpft.

Am Samstag ist wieder Oranje-Tag. Eine orange Wand wird sich sowohl im St. Jakob Park wie auch in den Basler Public Viewing-Zonen breit machen, um den Umsatz der Basler Beizenbetreiber drastisch in die Höhe zu schrauben. Ob sich am Donnerstag auch die Wiener auf Hollands Fans freuen dürfen, hängt davon ab, ob die Oranjes Guud Hiddinks Team aus Russland bezwingen kann. Auch die Jungs um Starspieler Arschawin überzeugten gegen Schweden in allen Belangen. Auf eine hochstehende Partie vollgepackt mit schnellem Kobinationsspiel auf beiden Seiten darf man sich freuen! Mein Tipp: Holland – Russland 3:1



Deutschland nicht zu schlagen
Juni 19, 2008, 11:18
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Podolski auf Friedrich, Friedrich wieder auf Podolski, Podolski auf Ballack, Ballack schickt Podolski auf die Reise, Podolski läuft zur Grundlinie, spielt die Pille quer, wo Schweinsteiger seinem Gegenspieler entwischt, in den Ball reingrätscht, Tooor! Portugal 0:1 hinten, mit den eigenen Waffen geschlagen. Schöner, direkter Kombinationsfussball – das ist eigentlich ihr Ding! Deco, Moutinho, Cristiano Ronaldo – die können das! Aber Poldi, Schweini und der Ballack können’s eben auch, so wie’s aussieht!

Sind das wirklich die Deutschen, welche den Portugiesen derart das Leben schwer machten? Oder haben die Jungs in den Katakomben etwa die Trikots vertauscht? Es waren die Deutschen. Zum tollen Teamgeist, der detaillierten Organisation auf dem Platz und dem ausserordentlichen Kampf kam diesmal auch ein hervorragendes Kombinationsspiel dazu. Cristiano Ronaldo konnte sich kaum entfalten, blieb in der Vielbeinigen deutschen Abwehr das eine ums andere mal hängen. Deutschland war im Viertelfinale in Basel nicht zu schlagen.

Dass bei Ballacks 3:1 ein Foul des Torschützen voraus ging, ist zwar richtig, hätte aber sicherlich nichts am Ausscheiden der Selecao geändert. Die DFB-Elf hatte auch ohne ihren Cheftrainer auf der Bank mehr Biss und gewann auf dem neuen, optisch scheusslichen, Joggeli-Rasen überaus verdient. Ein Deutschland in dieser Form wird nächste Woche im Halbfinale nur sehr schwer zu schlagen sein.

Der Gegner dieser Halbfinalpartie wird in Wien ermittelt. Die Kroaten sind anhand ihres souveränen Gruppensiegs favorisiert, während die Türkei auf ihren Stammkeeper Volkan im besten Fall bis zum Finale verzichten muss. Mein Tipp: Kroatien – Türkei 2:1



Emotionen erleben
Juni 19, 2008, 10:03
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Wenn heute zum Start der Viertelfinals die Teams aus Portugal und Deutschland aufeinandertreffen wird Bundestrainer Jogi Löw nicht auf der Trainerbank sondern in der VIP-Loge sitzen – ohne Kontakt zu Team und Trainer-Assistent. Den Grund kennen wir alle (nicht): Eine schwachsinnige Entscheidung der UEFA!

«Emotionen erleben» heisst das Motto der EURO 2008. Scheinbar gilt dies allerdings nicht für die Coachingzone. In dieser stand Löw am vergangenen Montag im Spiel gegen die Österreicher, um seinem Team Anweisungen zu geben, was dem Vierten Offiziellen überhaupt nicht in den Kram passte. Wiederholt störte dieser den Bundestrainer, um ihn darauf hinzuweisen, dass er auf der Bank Platz zu nehmen habe. Löw seinerseits bat den Vierten Offiziellen, ihn in seiner Arbeit nicht zustören, worauf er in dieser Sache Unterstützung von seinem österreichischen Amtskollegen Josef Hickersberger erhielt. Nur wenig später verwies Schiri Mejuto Gonzalez die beiden Trainer auf die Tribüne – zum Händeschütteln mit Angela Merkel und zum Abklatschen mit Boris Becker.

Leider kommt es halt immer wieder vor, dass sich Leute, wie in diesem Fall der slowenische Vierte Offizielle, ins Rampenlicht stellen möchten. Dass die UEFA diesen Missstand nun aber nicht korrigiert sondern durch die Sperre von Joachim Löw gar noch ausweitet, ist für den Rest der Fussballwelt absolut unverständlich. Sogar Portugals Coach Luis Felipe Scolari meinte an einer Pressekonferenz, dass er Löw im Viertelfinale coachen lassen würde, wenn er bei der UEFA etwas zu sagen hätte. Unverständlich ist die Sache auch für Griechencoach Otto Rehhagel, der die Schiedsrichtergespanne aufforderte, sich auf Foul und Offside zu konzentrieren und nicht darauf ob der Trainer nun in der Coachingzone sitzt oder steht.

Nun wird aber Jogi Löw allen Protestrufen zum Trotz auf der Tribüne des St. Jakob Parks sitzen, wo er wohl so viel Emotionen zeigen darf, wie er will – sofern die UEFA nicht kurzfristig noch eine Sonderregel für Emotionen in der VIP-Loge einführt.



Sieg des Offensivfussballs
Juni 18, 2008, 11:00
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Die Gruppenspiele der EURO 2008 sind vorbei. Mit einem verdienten 2:0-Sieg zieht Russland als letztes Team in die Viertelfinals ein. Herrlich wie die Russen mit ihrem Spielmacher Arschawin mit grossartigen Kombinationen die ansonsten so stammfeste schwedische Abwehr durcheinander wirbelten. Trainer Hiddink schaffte es erneut ein Team durch die Gruppenphase eines grossen Turniers zu bringen. Der holländische Trainerfuchs trifft nun am Samstag in Basel auf seine Landsleute.

Damit stehen sich in diesem Viertelfinale zwei Teams gegenüber, die uns mit ihrem herrlichen Offensivfussball Freude bereiteten. Schnelles Kombinationsspiel wird immer mehr zum modernen Fussball, wobei der defensive Mauerfussball zumindest an dieser EURO bislang nicht vom Erfolg gekrönt ist. Freuen wir uns also auf weitere grossartige Spiele an der EURO 2008!

Eines dieser grossartigen Spiele könnten wir schon im ersten Viertelfinale zu sehen bekommen. Deutschland trifft in jenem auf die formstarken Portugiesen. Dabei muss das DFB-Team ohne ihren Trainer Löw auskommen, der nach dem Zwischenfall mit dem vierten Offiziellen im Spiel gegen Österreich für ein Spiel auf die Tribüne verbannt wurde. Während die Jungs von Jogi Löw im Spiel gegen die Ösis noch mit Haken und Ösen ums Weiterkommen kämpfen mussten, schonten sich so einige Portugal-Stars im abschliessenden Spiel gegen die Schweizer Nati. Die Portugiesen könnten also frischer sein als die Deutschen. Mein Tipp: Portugal vs. Deutschland 3:1



Italien lebt!
Juni 18, 2008, 10:44
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Nur gerade 10 Minuten sind gespielt in diesem Kampf um alles oder nichts, als sich Frankreichs Shootingstar Frank Ribery in einer unglücklichen Aktion mit Italiens Zambrotta die Unterhaxen bricht. Die Equipe Tricolore steht unter Schock. Entraineur Domenech bringt für den im Letzimobil abtransportierten Bayern-Spieler Nachwuchstalent Nasri, um exakt jenen Offensivakteur 16 Minuten später durch den defensiven Boumsong auszutauschen. Abidal konnte nämlich Luca Toni, welcher das Spielgerät in der Penaltybox im Stile einer Primaballerina unter Kontrolle brachte, nur noch per Notbremse stoppen. Abidal sieht Rot, Nasri muss raus, Boumsong kommt rein, Pirlos Elfer geht ins Netz, Italien jubelt und für Frankreich sieht’s nicht gut aus.

Trotz den folglichen Bemühungen der Equipe Tricolore den Rückstand aufzuholen, so war De Rossis 2:0 nur die logische Folge. Die alternden Les Bleus waren in Unterzahl und ohne Ribery ziemlich aufgeschmissen. Das Spiel der Franzosen schien ideenlos. Henry, der einsitige Torgarant, hat schon bessere Spiele gezeigt, Benzema war alles in allem von der italienischen Defensive abgemeldet und auch ein Nicolas Anelka konnte sein EM-Aufgebot einmal mehr nicht rechtfertigen. Die Nationalmannschaft braucht nach dem EM-Out dringendst einen Umbruch und – vor allem – einen neuen Coach.

Durch den 2:0-Sieg der holländischen Reserven gegen ein müdes Rumänien ermöglichten die Tulpenländer der Squadra Azzurra den Viertelfinaleinzug doch noch. Es gibt Leute, die behaupten, dass sich Holland damit womöglich den Finaleinzug selber verbaut haben könnte, da sich optimalerweise Holland und Italien im Halbfinale wieder treffen werden. Die Jungs von Roberto Donadoni müssen sich im Viertelfinalknaller gegen die Spanier noch einmal kräftig steigern. Schliesslich werden sie sowohl auf Mittelfeldstratege Andrea Pirlo wie auch auf Wadenbeisser Gennaro Gattuso verzichten müssen, die für dieses Spiel beide gesperrt sind.

Die letzten Gruppenspiele werden heute Abend in Österreich ausgetragen. Während Spanien gegen den Noch-Europameister Griechenland wohl die gesamte Reservebank auflaufen lassen wird, geht es im Spiel der Schweden gegen die Russen um Sein oder Nichtsein. Während man im russischen Lager auf den ersten Auftritt ihres Kometen Arschawin entgegenfiebert sorgt man sich bei den Schweden um das Knie von Zlatan Ibrahimovic. Dieses schmerzt nämlich gewaltig, wobei eine schmerzstillende Spritze für den Ausnahmekönner bereit liegen soll.

Meine Tipps: Griechenland – Spanien 2:2, Russland – Schweden 1:1



Kein «Wunder von Wien»
Juni 17, 2008, 9:32
Gespeichert unter: Deutschland, Frankreich, Holland, Italien, Rumänien, Österreich

Otto Rehhagel hatte recht. Wunder gibt es nicht alle Tage. «Cordoba II» blieb den Deutschen erspart weil a) Österreich ihre Abschlussschwäche auch im dritten Gruppenspiel nicht ablegen konnte und b) Michael Ballack einen Freistoss derart in die Ösi-Maschen pfefferte, dass man froh sein musste, dass Austria-Hüter Macho seine Pfoten nicht mehr rankriegte, ansonsten er sich wohl seine Finger gebrochen hätte. 121 km/h hatte das Geschoss drauf, welches ins rechte Lattenkreuz eindonnerte. Allerdings hätte es wohl auch bei einem etwas minderen Schuss gekachelt, da Torwart Macho sich blindlinks von der Torlinie entfernte, um sich danach flach auf die Matte des Wiener Stadions hinzulegen. Solche Aktion genügen wohl in Spielen gegen Austra Kärnten oder Baumit Admira Wacker. Bei Freistössen von Ballack braucht es jedoch eher eine Glanzparade vom Rapid-Keeper.

Trotz des 1:0-Sieges und der damit verbundenen Qualifikation für die Viertelfinals, spielte Deutschland nicht europameisterlich. Eine Steigerung ist dringendst von Nöten wenn es am Donnerstag gegen Portugal um den Einzug ins Halbfinale geht.

Vorerst um den Einzug in die Viertelfinals geht es heute für Frankreich und Italien. Die beiden Nationen zittern sich ganz schön die Hosen voll, dass sich Holland gegen Rumänien keine Mühe geben würde. Hollands van Persie beruhigte die italienisch-französischen Gemüter mit den Worten: «Ich habe schon Mühe, wenn ich in den Ferien im Tischtennis verliere!» Die Niederländer werden auch mit einer sogenannten «B-Elf» mit Jungs wie Huntelaar, Heitinga und Melchiot ein Klasseteam stellen, welches einem motivierten Rumänien durchaus Parolie bieten kann.

Italien und Frankreich, vor zwei Jahren noch Gegner im WM-Final, werden sich währendessen ganz schön die Bälle um die Ohren hauen. Wer verliert fliegt raus, und wer gewinnt vielleicht auch – aber das soll dann ja niemand den Holländern in die Schuhe schieben wollen, denn schliesslich liessen die Leistungen der Equipe Tricolore wie auch der Squadra Azzurra bisher zu Wünschen übrig.

Meine Tipps: Holland – Rumänien 2:0, Italien – Frankreich 2:1



I wer’ narrisch!
Juni 16, 2008, 12:49
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Alles spricht von der «Schmach von Cordoba». Insbesondere die Deutschen können es nicht mehr hören, dass sie ständig auf jenes Ereignis aus dem Jahre 1978 angesprochen werden. Damals, am 21. Juni 1978 wurde die deutsche Elf im argentinischen Cordoba vom österreichischen Team mit einem sensationellen 2:3 nach Hause geschickt. Es war dies der erste Sieg Österreichs über Deutschland seit 47 Jahren. Der legendäre österreichische Radiomoderator Edi Finger kommentierte das Spiel damals wie folgt:

„Und jetzt kann Sara sich noch einen aussichtslos scheinenden Ball einholen, Pass nach links herüber, es gibt Beifall für ihn, da kommt Krankl vorbei diesmal an seinem (…) Bewacher, ist im Strafraum – Schuss … Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor! I wer’ narrisch! Krankl schießt ein – 3:2 für Österreich! Meine Damen und Herren, wir fallen uns um den Hals; der Kollege Rippel, der Diplom-Ingenieur Posch – wir busseln uns ab. 3:2 für Österreich durch ein großartiges Tor unseres Krankl. Er hat olles überspielt, meine Damen und Herren. Und warten S’ noch a bisserl, warten S’ no a bisserl; dann können wir uns vielleicht ein Vierterl genehmigen. Also das, das musst miterlebt haben. Jetz bin i aufgstanden, alle Südamerikaner mit ihren Toros(?). I glaub jetzt hammas gschlagn! Angriff aber der Deutschen, aufpassen, wieder Kopfabwehr. Das Leder kommt hinüber nach links zu Pezzey – Pezzey, aber Burschen jetzt follts net um hinten, bleibts aufrecht stehn. Noch zwei Minuten, das Leder wieder bei Österreich, noch wolln ma nichts verschreien. Jetzt kommt die Flanke in unsern Strafraum und da Kreuz hot scho wieder abgewehrt!

Die Deutschen ham alles nach vorn beordert. Eine Möglichkeit der Deutschen! Und!? Daneeeeben! Also der Abraaaamczik – obbusseln möcht’ i den Abramcik dafür. Jetzt hat er uns g’hooolfn. ‘llein vor dem Tor stehend. Der braaave Abramczik hot daneben gschossn. Der Orme wird si’ ärgern. Noch 30 Sekunden. 3:2 für Österreich. Nach 47 Jahren meine Damen und Herren liegt eine österreichische Nationalmannschaft, aber wos für ane, eine Weltklassemannschaft, die da heute spielt, gegen die Bundesrepublik mit 3:2 in Führung. Und jetzt trau i mi scho gar net mehr hinschauen. Aussigschossen ins Out. Schiedsrichter Klein aus Israel, ein ganz hervorragender Schiedsrichter, er hat es nicht leicht heut ghabt, aber hat bis jetzt klass gepfiffen. 45. Minute, noch einmal Deutschland am Ball und Prohaska haut den Ball ins Out.

Und jetzt ist auuus! Ende! Schluss! Vorbei! Aus! Deutschland geschlagen, meine Damen und Herren, nach 47 Jahren kann Österreich zum ersten Mal wieder Deutschland besiegen!“

Heute treffen sich die Teams aus Deutschland und Österreich in Wien zur entscheideden Partie ums Weiterkommen in der EURO 2008-Gruppe B. Ein Sieg der Österreicher käme einem «zweiten Cordoba» gleich – man würde wohl vom «Wunder von Wien» sprechen. Otto Rehhagel jedenfalls meinte nach dem Ausscheiden seiner Griechen, dass Wunder nicht alle 14 Tage passieren – sonst wäre es ja kein Wunder. Wunder gäbe es nur alle 30 Jahre. Genau so lange ist es nun her seit der «Schmach von Cordoba»…

Soweit wird es wohl nicht kommen. Österreich wird Deutschland vor allem in den Startminuten gewaltig ärgern. Ihre Schwächen im Abschluss werden die Ösis aber auch gegen Jogi Löws Truppe nicht ablegen können. Deutschland wird in der 2. Halbzeit für klare Verhältnisse sorgen. Mein Tipp: Österreich – Deutschland 0:3

Demnach könnte Polen gegen die Kroaten spielen wie sie wollen. Ein Weiterkommen liegt für die Jungs von Leo Beenhaker nicht mehr drin. Spätestens nach dem dritten Tor der Deutschen auf der Anzeigetafel brechen Polens Spieler enttäuscht in Tränen aus. Mein Tipp: Kroatien – Polen 2:0



Fliegenfänger mit Helm
Juni 16, 2008, 11:37
Gespeichert unter: Tschechien

Das hätten wir von ihm nicht erwartet…! Vielleicht von unserem Zubi. Aber von ihm, Petr Cech… vom Welttorhüter des Jahres!? Nein, von ihm hätten wir das nicht erwartet.

Da führt sein Team eine Viertelstunde vor Schluss mit 2:0 Toren. Die Türken scheinen K.O., als es überraschenderweise doch noch klingelt im Tschechen-Tor – nur noch 2:1. Tja, dachte der tschechische Fan, ein Ehrentor sei den Türken doch gegönnt, ein Petr Cech lässt sich schliesslich nicht zweimal am Abend in der kurzen Ecke bezwingen.

Aber es war nicht der Abend des Petr Cech. 87 Minuten waren gespielt, als der Weltklasse-Schlussmann plötzlich zum Fliegenfänger mutierte. Unglaublich wie ihm der Europass durch die Flossen flutschte, direkt in Nihats Latschen, der keine Mühe bekundete ins leere Tor einzunetzen. Wer nun mit einem Elferschiessen rechnete, war zwar nicht allein, hatte die Rechnung aber ohne NIhat gemacht, der nur zwei Minuten nach Cechs Fauxpas mit einem regelrechten Sonntagsknaller die Tschechen aus dem Turnier schoss.

Auch Welttorwarte können also einmal, zweimal an einem Abend daneben greifen. Und um nochmals auf Zubi zurückzukommen: Der Mann, den man mit einem Schachtelkäse vergleichen kann (nicht besonders gut, aber ewig haltbar), hielt gegen Portugal seinen Kasten wunderbar sauber und hat nun nach der WM 2006 auch an der EM 2008 keinen einzigen Gegentreffer einkassieren müssen. Chapeau Zubi – aber bitte… geh jetzt!