Hand aufs Herz – so sehr wir uns auf die EURO freuen, an so manches Resultat erinnern wir uns schon bald nicht mehr. Was uns bleibt, sind die Tore. Vor allem die spektakulären, schönen, fantastischen Tore. Tore mit Geschichte, mit Hintergrund, mit Tragik vielleicht. Tore, die wir uns immer wieder anschauen könnten und das noch Jahre später! Meine persönliche Top 5 der EURO-Augenweiden:
1. Marco van Basten, 1988
Sowas konnte nun wirklich nur Marco van Basten in den Sinn kommen. Im Finale der EM 1988 knallte er das Spielgerät aus extrem spitzem Winkel über den damaligen Weltklassehüter Dassajew in die Maschen. Es war die Entscheidung im Münchner Olympiastadion. Holland schlug die Sovjets und wurde zum ersten Mal Europameister.
2. Zlatan Ibrahimovic, 2004
Schweden ist in der 85. Minute gegen Italien mit 0:1 im Hintertreffen, als den Skandinaviern ein Eckball zugesprochen wird. Wie ein Gummiball prellt der Roteiro durch den Strafraum der Azzurri worauf der schwedische Ausnahmestürmer Zlatan Ibrahimovic volly mit der Hacke in den linken oberen Torwinkel trifft. Ein unmögliches Tor, welches für Italien tragische Folgen hatte – es scheiterte in den Gruppenspielen.
3. Paul Gascoigne, 1996
Im gross angekündigten Gruppenspiel zwischen England und Schottland verschiesst der schottische Oldstar McAllistar einen Penalty, worauf Paul Gascoigne im Gegenzug das 2:0 und somit die Entscheidung zugunsten Englands bewerkstelligte. Grossartig wie er die schottische Verteidigung stehen lässt und die Pille astrein im Gehäuse unterbringt. Sein anschliessender Jubel ist legendär!
4. Henrik Larsson, 2004
Solche Tore könnten wir an der EURO 2008 wieder von ihm sehen! Henrik «Henke» Larsson erzielte vor vier Jahren im Startspiel mit einem herrlichen Flugkopfball eines der fünf Tore für seine Schweden. Larsson bildete damals zusammen mit Zlatan Ibrahimovic und Freddie Ljungbjerg die Achse eines bärenstarken schwedischen Teams.
5. Kim Vilfort, 1992
Es gibt sicherlich schönere Tore als jenes von Kim Vilfort im EM-Finale von 1992. Die Geschichte dahinter ist jedoch riesig. Eigentlich nicht für die EM qualifiziert rückte die dänische Mannschaft für das ausgeschlossene Jugoslawien nach, bezwang im Finale die Weltmeister aus Deutschland und holte sich promt die Trophäe nach Hause. Das 2:0 von Vilfort entschied die Partie und dem dänischen Reporter ging ein enthusiastisches «Huttelihut!» über die Lippen. Ein Wort, welches im Dänischen gar nicht existierte – bis zu jenem 2:0 von Kim Vilfort.
Gespeichert unter: UEFA
Nein, es war wohl nicht UEFA-Präsident Michel Platini himself, der mir per E-Mail eine kompetente und vor allem rasante Antwort auf mein Anliegen gab. Aber eben, ich kriegte meine Stellungnahme zu meiner Frage.
Zur Erinnerung: Ich fragte mich, weshalb der EURO 2008-Spielplan so angesetzt wurde, dass nicht jedes Finale möglich ist (ein Final Schweiz-Österreich ist zum Beispiel unmöglich). Die UEFA sändte mir folgende Antwort:
Lieber Herr Felber,
Vielen Dank für Ihre E-mail und ihr Interesse and der UEFA EURO 2008TM.
Wir begrüssen Ihre Ueberlegungen bezüglich der Turnierplanung, können Ihnen aber bestätigen, dass die Halbfinalpaarungen bewusst so angesetzt worden sind und uns kein Fehler unterlaufen ist.
Es gab nach der UEFA EURO 2004 in Portugal negative Rückmeldungen von einigen teilnehmenden Mannschaften bezüglich der Ruhetage zwischen Viertel- und Halbfinale (die eine Mannschaft hatte 3 Tage, die andere 5). Mit dem jetztigen Format kann diese Differenz minimiert werden (nämlich 4 Tage/ 5 Tage für Spiel 29, und 3 Tage/ 4 Tage für Spiel 30).
Jedes Turnierformat hat seine Vor- und Nachteile. Wir haben uns für einen Turnierplan entschieden, der unserer Ansicht nach, sportlich gesehen am fairsten ist.
Mit freundlichen Grüssen,
Euro 2008 SA
Infobox Editor
Nun, ich find’s trotzdem schade, dass die Schweiz im Endspiel nicht gegen Österreich ran kann…
Gespeichert unter: Österreich
An der EURO 2008 ist noch kein Ball getreten worden und schon sind die Österreicher Europameister! Am 6. Juni sendet das ORF den 45-minütigen fiktiven Helden-Epos «Das Wunder von Wien».
ORF-Sportchef Hans Huber steht zu Beginn des Films auf dem Rasen des Wiener EM-Stadions und blickt auf die EURO 2008 zurück, welche Österreich sensationell gewinnen konnte.
Im Halbfinale schlägt Österreich die Deutsche Elf. Im ARD-Studio verstehen Gerhard Delling und Günter Netzer die Welt nicht mehr. Netzer: «Ich muss befürchten, dass das hier als zweites Cordoba gilt.»
Der österreichische Star-Regisseur und Satiriker David Schalko hatte die Idee für diese Parodie und konnte zahlreiche Fussball-Promis zum Mitmachen überreden: Franz Beckenbauer, Hans Krankl, Otto Rehhagel und Giovanni Trapattoni versuchen zu erklären, wie die Österreicher Europameister werden konnten. Ösi-Trainer Josef Hickersberger sieht den Sieg gegen Deutschland als Schlüsselerlebnis: «Da war klar: Wer Deutschland schlägt, kann auch Europameister werden.» Die einzige Erfindung des Films ist Peter Hruska – der Star der EM.
Heute machte sich Radio Pilatus in Österreich schlau, wie hoch denn das Fussballfieber in unserem EURO-Partnerland Österreich ist. Natürlich ist es hoch, die Vorfreude ist gross und einer meinte sogar, er würde es begrüssen, wenn sein Team Austria im Finale auf uns Schweizer trifft. Nette Leute, die Österreicher!
Aber, bei allem Optimismus, dass sich gerade die beiden Gastgeberländer im Endspiel treffen, es ist unmöglich. Der Spielplan der EURO 2008 lässt nämlich im besten Falle nur ein Halbfinale zwischen der Schweiz und Österreich zu. Laut diesem machen die Teams in den Gruppen A und B sowie C und D die beiden Finalisten aus. Somit kann dieses Jahr auch die Paarung des Eröffnungsspiels nicht dieselbe sein wie jene des Finals, wie es vor vier Jahren in Portugal der Fall war. Die Schweiz und Tschechien würden sich optimaler Weise schon im Halbfinal wieder auf die Socken hauen.
Dass nicht jedes Finalspiel möglich ist, finde ich persönlich doof. Auch dass die Schweiz bei einer Viertelfinalqualifikation als zweitplatzierte Mannschaft in der Gruppenphase folglich in Österreich und die Österreicher bei selbigem Umstand in der Schweiz spielen müssten, kann wohl kaum einer verstehen. Aus diesem Grund habe ich die UEFA um Stellungnahme gebeten, auf welche ich nun warte.
Hier eine kleine Auswahl der Finalspiele, auf die wir bei der EURO 2008 leider verzichten müssen:
Schweiz-Österreich
Schweiz-Deutschland
Portugal-Deutschland
Italien-Frankreich
Frankreich-Holland
Italien-Holland
Spanien-Italien
Spanien-Frankreich
Griechenland-Italien
Gespeichert unter: Schweiz
Wenn Köbi Kuhn etwas hasst, dann sind es Pressekonferenzen. Wenn alle Augen auf ihn gerichtet sind und er auch noch etwas sagen soll… das mag er nicht unser Köbi National.
Heute Mittag war es wiedermal so weit. Der Nationalcoach lud die Medien in Lugano zum Communique, begleitet von seinem Pressesprecher und dem Teamarzt, der zum Schluss allerdings nicht viel zu sagen hatte. «Nichts passiert. Alles in Ordnung mit den Jungs!» meinte der Mannschafts-Doc in zwei Sprachen, wobei doch jeder weiss, dass mit Tranquillo Barnetta nicht alles zu stimmen scheint. Man darf jedoch davon ausgehen, dass der Teamarzt davon ausgeht, dass die Presseheinis davon schon richtig informiert wurden.
Zum Beginn der Medienkonferenz liess unser Natitrainer verlauten, dass Mario Eggimann und Thomas Häberli nach Hause reisen dürften. Grichting bleibt. Cabanas bleibt. Huggel bleibt auch.
69% der BLICK Online-Leserschaft meinte darauf, dass Köbi die falschen rausgeschmissen hätte. «Aber der Eggimann hat doch soo viele Tore geschossen! Und der Häberli auch!», um sich versuchsweise in einen BLICK Online-Leser hineinzuversetzen. Nun ist Eggimann zweifelsohne ein hervorragender Spieler, der in der Zukunft unter Othmar Hitzfeld sicherlich eine Rolle spielen wird. Für die EURO 2008 wird jedoch ein ergänzendes Teil für die Innenverteidigung um Müller, Senderos und Djourou gesucht und in dieser Hinsicht ist Stéphane Grichting, der ausserdem auch sprachlich zu jenem Trio passt, die richtige Wahl.
Thomas Häberli hat tatsächlich viele Tore erzielt – in der Schweizer Super League. Auch er ist ein toller Spieler und ein symapthischer dazu. Aber die Schweizer Nationalmannschaft braucht nicht dringend vier Stürmer (plus einen Hakan Yakin) im Kader. Und von all den Stürmern zieht Häberli definitiv den Kürzesten.
Köbi Kuhn’s Wahl ist nachvollziehbar, wobei man nicht vergessen darf, dass es bei dem ganzen Rummel von heute Mittag in Lugano wohl blos darum ging, zu verkünden, wer bei der EURO 2008 drei bis vier Spiele lang nicht auf der Bank sitzen wird.
Noch 10 Tage bis zur EURO 2008. Die Teilnehmerländer testen ihre Form gegen Teams, welche vorzugsweise der Spielart ihrer EM-Kontrahenten nahe kommen. So haute die Schweizer Nati am vergangenen Samstag die Slowaken 2:0 weg weil man das Spiel gegen die Tschechen «simulieren» wollte. Die Türken taten dies schon Tage zuvor, indem sie 1:0 gewinnen konnten.
Startgegner Tschechien überzeugte in Prag beim 2:0-Erfolg gegen Litauen. Besonders ihr «Riesenbaby» im Sturm scheint rechtzeitig zum Aufeinandertreffen mit unserem Schweizer Team auf Höchstform aufzulaufen. Der Nürnberger erzielte beide Tore und bildete zusammen mit Mittelfeldmann Jankulowski und Torwart Cech die Achse im Spiel der Tschechen.
Währendessen verkrampfte sich Deutschland beim Test gegen Weissrussland beim 2:2 in Kaiserslautern, wobei die DFB-Elf eine gemütliche 2:0-Führung verspielte. Die Schuld gibt die Presse zum einen dem Lieblingsopfer Jens Lehmann, zum anderen den vielen Auswechslungen in Halbzeit Zwei durch den zahnwehgeplagten Teamchef Jogi Löw.
Co-Gastgeber Österreich seinerseits konnte die Übung gegen Nigeria erneut nicht siegreich gestalten. Experten wollen beim 1:1 jedoch einige Lichtblicke im Spiel des Austria-Teams gesehen haben.
Derweil zerbrechen sich die Teamverantwortlichen einiger EM-Teilnehmerländer die Köpfe. Heute verstreicht nämlich die Meldefrist für die 23-Mann-Kader. Bei den Deutschen sind es beispielsweise noch drei, bei Italien einer und im Schweizer Team zwei Spieler, die zuviel mit an Board sind.
Bei der Deutschen Elf geht man davon aus, dass es die Herren Jones, Helmes und Trochowski treffen könnte, welche ihre Ferien planen können. Allerdings ist auch Deutschland Fussballer des Jahres Mario Gomes ein (verletzungsbedingter) Wackelkandidat.
Italiens Coach Roberto Donadoni dürfte einen Stürmer streichen. Antonio Cassano, Antonio Di Natale und Fabio Quagliarella sind die Favoriten dafür.
Und Köbi Kuhn – der will bereits wissen, wer er nach Hause schicken wird. Ein Innenverteidiger soll es mit Bestimmtheit sein und dabei soll die Wahl auf einen aus dem Duo Eggimann/Grichting fallen. Mario Eggimann vom Karlsruher SC, der auf die kommende Saison zu Hannover 96 wechselt, hat eine äusserst erfolgreiche Saison hinter sich. Kein Bundesliga-Verteidiger vermochte in der abgelaufenen Spielzeit mehr Tore zu erzielen als der Aargauer. Stéphane Grichting vom Ligue 1-Verein Auxerre wird jedoch allgemein im 23er Kader der Schweizer Equipe erwartet, da Erfahrung und Abstimmung mit den anderen drei (französisch sprechenden) Innenverteidigern für den Romand sprechen.
Ein weiterer Mann, der über die Klippe springen muss, könnte Benjamin Huggel sein, wobei auch Ricardo Cabanas sein EM-Ticket noch nicht auf sicher glauben dürfte.
Als EM-Touristen bezeichnet man gewiss einen Fan, der verreist, um sich Spiele der Europameisterschaft anzusehen. Ein EM-Tourist ist aber auch ein Spieler einer Nationalmannschaft, der während des gesamten Turniers keine einzige Sekunde eingesetzt wurde. Seit gestern scheint die Schweizer Nationalmannschaft auch ihren EM-Touristen gefunden zu haben: Thomas Häberli
Schöne Ferien
Die Chance, dass an einer Europameisterschaft der dritte Torwart zum Einsatz kommt, ist wohl so zirka 1:25′000. Trotzdem ist man in Deutschland entsetzt, dass Valencia-Keeper Timo Hildebrand Leverkusens Schlussmann René Adler weichen musste. Hildebrand kann dafür schöne Ferien buchen und Adler kann zufrieden auf den Ersatzbänken österreichischer Stadien Platz nehmen, um sich am Schluss einreden zu können, er hätte mental zum gelungenen Abschneiden der deutschen Nationalelf beigetragen. Für die Statistiker wird das Goalietalent allerdings nicht mehr als ein EM-Tourist sein.
Häberli’s Abenteuer
Ähnlich ist die Situation wohl in der Schweiz. Durch das verletzungsbedingte EM-Aus Blaise N’Kufos nominierte Köbi-National kurzerhand den Ballwiler YB-Crack Thomas Häberli ins provisoirsche EM-Kader nach. Schön für Häberli, der mit seinen 34 Lenzen nochmals zu einem ganz speziellen Abenteuer kommen könnte, falls er den Cut nach dem Slowakei-Testspiel überstehen sollte. Ob der zweitbeste Torschütze der verflossenen Super League-Saison dann aber auch zum Einsatz kommen wird, ist anhand der Konkurrenz (Frei, Streller, Derdyok) mehr als fraglich. Vielleicht klappt’s ja im letzten Gruppenspiel gegen die Portugiesen… wenn die EURO fürs Team Schweiz bereits gelaufen sein sollte. Aber wir wollen mal (noch) nicht den Teufel an die Wand schmieren…!
Gespeichert unter: EURO-History
«…und überhaupt ist eine Europameisterschaft eh viel besser als eine WM!» versuchte ich Sergio nach Italiens WM-Aus anno 2002 gegen die Koreaner zu trösten. Obwohl wir damals ziemlich sauer waren auf die penetranten Anspielzeiten und die verpfiffenen Spiele, so stehe ich heute noch zu meiner Meinung von damals! Bei allem Respekt vor all den afrikanischen Teams, aber an einer EURO fehlen nun wirklich nur Brasilien und Argentinien, um das stärkste Teilnehmerfeld des Weltfussballs zu komplettieren. Dieses mal fehlen halt noch die Engländer, aber… who cares?!
1988: Der Junge auf der Leiter
1988 kuckte ich mir meine erste EM im Fernsehen an. Die Paketpost brachte mir gerade eine SUVA-Leiter, welche ich an der LUGA gewinnen konnte. Dementsprechend verfolgte ich die Abende auf jener Leiter, die ich im Wohnzimmer aufklappte. Falls ihr euch also einen (11-jährigen) Tennis-Schiedsrichter im Wohnzimmer meiner Eltern vorstellen könnt, dann wisst ihr, wie das damals aussah. Ich hatte die Übersicht. Die Übersicht über van Basten, Gullit und Rijkaard, die im Finale mit den Sovjets Katz und Maus spielten. Und van Bastens 2:0 – ein legendärer Treffer!
1992: Besuch aus Brasilien
Die EURO in Schweden kuckte ich mir selbstverständlich als fachmännischer Experte an. Die Holländer waren natürlich wieder zu den Favoriten zu zählen. Genauso wie die Engländer und auch die Deutschen. Für mich war die Vorstellung, die Deutschen siegen sehen zu müssen, schwer zu verkraften. Also ignorierte ich Deutschland völlig auf meiner Favoritenliste. Aber die Deutschen waren stark. Sehr stark. Im Finale wartete das Überraschungsteam aus Dänemark und ich… ich musste erst Französisch büffeln, ehe ich das Spiel sehen durfte. Vocabulaire war angesagt, da erinnere ich mich mit Grausen zurück, als es an der Tür klingelte und mein seit geraumer Zeit ausgewanderter brasilianischer Schulkumpel Edi plötzlich vor der Tür stand. Sein Besuch, so sehr ich mich darüber freute, er kostete mich die erste Halbzeit eines legendären EM-Finalspiels, in welchem die Dänen den Pot durch Tore von Kim Vilfort und John Faxe jensen nach Hause brachten.
1996: Bier, Cult und Paul Gascoigne
Der Stadt Sheffield war wirtschaftlich nicht auf Rosen gebetet. Dann kamen die Dänen. Die dänischen Fans, welche jedes Bierfass in jedem Pub Sheffield’s leer zu saufen pflegten und damit zum wirtschaftlichen Aufschwung Sheffields mitverhalfen. Zum anderen entwickelten wir Jungs uns zu Meistern des 1-Franken-Spiels. Traf man mit der Münze ins Biergefüllte Glas, war es einem frei zu bestimmen, wer das Glas leerzutrinken hatte. Unser Kumpel Dani, der überzeugte Non-Alcoholic, spielte trotzdem mit, spülte aber statt Bier den Billig-Energydrink «Cult» hinunter, was zur Folge hatte, dass er immer wacher, wir aber immer müder (um nicht zu sagen «betrunkener») wurden. Und: Zu jener Zeit war da noch ein Engländer namens Paul Gascoigne, der sich in unsere Herzen spielte. Unvergessen bleibt sein Treffer gegen die Schotten, zu dessen Torjubel er sich auf das Gras legte und mit offenem Mund anzudeuten schien: «Ich brauch’ jetzt dringend ein Pint…!». Dass die Deutschen im Finale die Tschechen durch ein schwules Golden Goal durch Oli Bierhoff bezwangen, schreib ich in meinem Blog nicht wirklich gern.
2000: Von italienischen Kumpels und dem Holzstuhl auf Rhodos
Der Start ins EM 2000-Abenteuer ging gründlich in die Hosen. Zu elft flogen wir in München aus dem Hofbräuhaus heraus, währenddem in Brüssel Belgien und Schweden das Eröffnungsspiel bestritten. Die Italiener unter meinen Kumpels machten sich schon von Beginn weg in die Hosen, dass ihr Team so früh wie nur möglich aus dem Turnier kippen könnte. Die Sorge war allerdings vergebens. Die Azzurri schafften es, auch dank einer phänomenalen Leistung im Semifinale gegen Gastgeber Holland, ins Endspiel. Als Trezeguet in diesem durch Golden Goal den Titel für die Franzosen zementierte, stand ich gerade in einer Bar auf Rhodos und der Südländer vor mir wütete derart, dass ich seinen Holzstuhl ans Knie geknallt bekam. Ich war verletzt! Für den Rest meiner Ferientage! Merci beaucoup!
2004: Das Carlsberg-Superfan-Paket
Eigentlich wollte ich ja nur kurz anfragen, ob mir Carlsberg ein paar dieser lustigen EURO-Fähnchen zuschicken könnte, die ich in irgend ‘ner Bar gesehen hatte. Doch dann stand ich plötzlich da mit einer Kiste voll mit Fähnchen, Schlüsselanhängern, Shirts, Caps, Bällen und Bier. Carlsberg-Bier! Die Grillparty in meinem kleinen privaten EM-Outdoor-Studio konnte beginnen! Griechenland war natürlich der Hammer! Die Jungs von König Otto Rehakles hauten jeden noch so starken Gegner vom Feld und schlugen selbst Gastgeber Portugal im Endspiel auf ein Neues. Griechenland stand Kopf, tanzte Syrtaki und feierte. Wir taten es mit ihnen! Wie jedes Jahr, wenn die EURO ist. Und heuer ist sie hier, in der Schweiz (und in Österreich)! Und wir feiern wieder mit! Auf eine tolle EURO 2008!







