Euro Null Acht


Italien lebt!
Juni 18, 2008, 10:44
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Nur gerade 10 Minuten sind gespielt in diesem Kampf um alles oder nichts, als sich Frankreichs Shootingstar Frank Ribery in einer unglücklichen Aktion mit Italiens Zambrotta die Unterhaxen bricht. Die Equipe Tricolore steht unter Schock. Entraineur Domenech bringt für den im Letzimobil abtransportierten Bayern-Spieler Nachwuchstalent Nasri, um exakt jenen Offensivakteur 16 Minuten später durch den defensiven Boumsong auszutauschen. Abidal konnte nämlich Luca Toni, welcher das Spielgerät in der Penaltybox im Stile einer Primaballerina unter Kontrolle brachte, nur noch per Notbremse stoppen. Abidal sieht Rot, Nasri muss raus, Boumsong kommt rein, Pirlos Elfer geht ins Netz, Italien jubelt und für Frankreich sieht’s nicht gut aus.

Trotz den folglichen Bemühungen der Equipe Tricolore den Rückstand aufzuholen, so war De Rossis 2:0 nur die logische Folge. Die alternden Les Bleus waren in Unterzahl und ohne Ribery ziemlich aufgeschmissen. Das Spiel der Franzosen schien ideenlos. Henry, der einsitige Torgarant, hat schon bessere Spiele gezeigt, Benzema war alles in allem von der italienischen Defensive abgemeldet und auch ein Nicolas Anelka konnte sein EM-Aufgebot einmal mehr nicht rechtfertigen. Die Nationalmannschaft braucht nach dem EM-Out dringendst einen Umbruch und – vor allem – einen neuen Coach.

Durch den 2:0-Sieg der holländischen Reserven gegen ein müdes Rumänien ermöglichten die Tulpenländer der Squadra Azzurra den Viertelfinaleinzug doch noch. Es gibt Leute, die behaupten, dass sich Holland damit womöglich den Finaleinzug selber verbaut haben könnte, da sich optimalerweise Holland und Italien im Halbfinale wieder treffen werden. Die Jungs von Roberto Donadoni müssen sich im Viertelfinalknaller gegen die Spanier noch einmal kräftig steigern. Schliesslich werden sie sowohl auf Mittelfeldstratege Andrea Pirlo wie auch auf Wadenbeisser Gennaro Gattuso verzichten müssen, die für dieses Spiel beide gesperrt sind.

Die letzten Gruppenspiele werden heute Abend in Österreich ausgetragen. Während Spanien gegen den Noch-Europameister Griechenland wohl die gesamte Reservebank auflaufen lassen wird, geht es im Spiel der Schweden gegen die Russen um Sein oder Nichtsein. Während man im russischen Lager auf den ersten Auftritt ihres Kometen Arschawin entgegenfiebert sorgt man sich bei den Schweden um das Knie von Zlatan Ibrahimovic. Dieses schmerzt nämlich gewaltig, wobei eine schmerzstillende Spritze für den Ausnahmekönner bereit liegen soll.

Meine Tipps: Griechenland – Spanien 2:2, Russland – Schweden 1:1



Kein «Wunder von Wien»
Juni 17, 2008, 9:32
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Otto Rehhagel hatte recht. Wunder gibt es nicht alle Tage. «Cordoba II» blieb den Deutschen erspart weil a) Österreich ihre Abschlussschwäche auch im dritten Gruppenspiel nicht ablegen konnte und b) Michael Ballack einen Freistoss derart in die Ösi-Maschen pfefferte, dass man froh sein musste, dass Austria-Hüter Macho seine Pfoten nicht mehr rankriegte, ansonsten er sich wohl seine Finger gebrochen hätte. 121 km/h hatte das Geschoss drauf, welches ins rechte Lattenkreuz eindonnerte. Allerdings hätte es wohl auch bei einem etwas minderen Schuss gekachelt, da Torwart Macho sich blindlinks von der Torlinie entfernte, um sich danach flach auf die Matte des Wiener Stadions hinzulegen. Solche Aktion genügen wohl in Spielen gegen Austra Kärnten oder Baumit Admira Wacker. Bei Freistössen von Ballack braucht es jedoch eher eine Glanzparade vom Rapid-Keeper.

Trotz des 1:0-Sieges und der damit verbundenen Qualifikation für die Viertelfinals, spielte Deutschland nicht europameisterlich. Eine Steigerung ist dringendst von Nöten wenn es am Donnerstag gegen Portugal um den Einzug ins Halbfinale geht.

Vorerst um den Einzug in die Viertelfinals geht es heute für Frankreich und Italien. Die beiden Nationen zittern sich ganz schön die Hosen voll, dass sich Holland gegen Rumänien keine Mühe geben würde. Hollands van Persie beruhigte die italienisch-französischen Gemüter mit den Worten: «Ich habe schon Mühe, wenn ich in den Ferien im Tischtennis verliere!» Die Niederländer werden auch mit einer sogenannten «B-Elf» mit Jungs wie Huntelaar, Heitinga und Melchiot ein Klasseteam stellen, welches einem motivierten Rumänien durchaus Parolie bieten kann.

Italien und Frankreich, vor zwei Jahren noch Gegner im WM-Final, werden sich währendessen ganz schön die Bälle um die Ohren hauen. Wer verliert fliegt raus, und wer gewinnt vielleicht auch – aber das soll dann ja niemand den Holländern in die Schuhe schieben wollen, denn schliesslich liessen die Leistungen der Equipe Tricolore wie auch der Squadra Azzurra bisher zu Wünschen übrig.

Meine Tipps: Holland – Rumänien 2:0, Italien – Frankreich 2:1



Oranje-Fieber
Juni 13, 2008, 11:42
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Unglaubliches Holland! Da bezwingt man zum EURO-Auftakt mal so eben kurz den Weltmeister diskussionslos mit 3:0 um vier Tage später auch dessen Vize 4:1 vom Feld zu spülen. Die Niederlande boomt! In der Schweiz – insbesondere in Bern – kursiert das Oranje-Fieber!

Wer hätte gedacht, dass die Jungs von Bondschoach Marco van Basten in dieser Art und Weise die so viel zitierte «Todesgruppe» beherrschen wird. Fussball der begeistert! Vom Feinsten! Vom Besten! So spielen Europameister! Und wenn ich wählen dürfte, wäre für mich ein Endspiel mit den Holländern und den Portugiesen das Grösste!

Holland hat sich mit diesem Sieg gegen Frankreich nicht nur die Qualifikation für die Achtelfinals gesichert – Oranje steht auch definitiv auf Platz 1 der Gruppe C. Im Spiel gegen Rumänien kann Holland getrost einige Stars schonen, was zwei Mannschaften jedoch nicht wirklich in den Kramm passen wird. Verliert Holland nämlich das für sie bedeutungslose Spiel gegen Rumänien, scheidet Italien und Frankreich aus – egal wie ihr Direktduell ausgehen wird. Die Frage ist also, ob Holland in einem allfälligen Halbfinale lieber gegen ein Team wie Rumänien oder aber gegen eines wie Italien oder Frankreich antreten möchte… Für Italien wäre ein solches, für sie negatives Szenario besonders hart, fühlte es sich doch bereits an der EURO 2004 von Schweden und Dänemark hintergangen, die mit einem 2:2 im letzten Spiel den Italienern jegliche Chance auf ein Weiterkommen verbauten.

Die Gruppe D geht als letzte in die 2. Runde. Spanien und Schweden kennen sich bereits schon aus den Qualifikationsspielen und streben in Innsbruck ihren zweiten Sieg des bisherigen Turniers an. Man darf gespannt sein, wie sich die Schweden gegen einen «richtigen» Gegner behaupten können. Schliesslich stiessen sie gegen die Griechen auf nicht allzu viel Widerstand. Für Spanien hingegen gilt es, den Schwung aus der tollen Partie gegen Russland mitzunehmen. Gelingt dies, sollte einem weiteren Spanien-Triumph nichts im Wege stehen. Mein Tipp: Spanien – Schweden 3:2

Der eine Gastgeber ist bereits ausgeschieden, der Weltmeister kam nochmals mit einem Blauen Auge davon, der Europameister hingegen wird nach dem zweiten Spiel keine Rolle mehr spielen. Mit einer weiteren desolaten Leistung wie jener im Schweden-Spiel gegen die Russen Hopfen und Malz verloren. Mein Tipp: Griechenland – Russland 0:4



Ein zweites «Cordoba»?
Juni 13, 2008, 10:06
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Österreich und die Nachspielzeit – das passt! Bereits bei der Fussball-WM 1998 in Frankreich erzielten die Ösis ihre sämtlichen drei Treffer des Turniers jeweils nach der regulären Spielzeit. Zweimal konnte man damals noch ausgleichen, Andreas Herzogs Treffer gegen Italien war jedoch nur noch für die Statistik.

Diese Statistik kannten die Polen nicht. Der 38-jährige Vastic war es, der den zugesprochenen Elfer hemmungslos ins linke Eck dreschte und damit den EURO-Traum Österreichs am Leben hielt. Allerdings hätten es sich die Jungs um Trainer Josef Hickersberger viel einfacher machen können. Wie gegen die Kroaten rannten sie auf das polnische Tor an, litten aber noch immer an dieser heimtückischen Torimpotenz. Leitgeb, Harnik und Ivanschitz scheiterten reihenweise am eigenen Unvermögen bzw. am hervorragenden Polen-Keeper Boruc. Als Polens eingebürgerter Brasilianer Guerreiro in klarer Offsideposition (Wie heisst eigentlich der Blindenhund des Schiri-Assistenten?!?) zum 0:1 einschoss, stellten die Ösis ihre Angriffsbemühungen unter Schockzustand für eine gewisse Zeit ein. Erst in der Schlussphase spürte man Österreich den unbedingten Willen zum Sieg wieder an, was sich am Ende ausbezahlte.

Somit wären wir dort angelangt, wo die Deutschen nie hin wollten. Deutschland gegen Österreich verkommt zur entscheidenden Partie in der Gruppe B weil die Deutschen ihr zweites Spiel gegen die Kroaten mit 1:2 verbockten. Die DFB-Elf zeigte ungewohnte Schwächen, war zeitweise extrem unorganisiert, gewisse Spieler standen buchstäblich «im Kraut» und Captain Michael Ballack war nicht imstande seine Truppe zu führen. Es war ein desolater Auftritt des Europameisters von 1996, was die BILD-Zeitung zur Schlagzeile verführte: «Jogi, diese Pleite macht uns Angst!». Soll heissen: Die Deutschen machen sich vor den Österreichern in die Hose. Eine Niederlage in Wien käme einem zweiten «Cordoba» gleich (1978 verlor Deutschland im argentinischen Cordoba gegen Österreich mit 2:3 und schied vorzeitig aus. Das Spiel ging als «Schmach von Cordoba» in die Geschichte ein).

Ex-Bundestrainer Berti Vogts meinte, dass Österreich nur alle 50 Jahre gegen Deutschland gewinne. Da «Cordoba» erst 30 Jahre her ist, wäre für ihn der Fall klar, dass Deutschland das Ding schon schaukeln werde. Dies glaube ich allerdings auch. Aber es wird kein Spaziergang werden. Österreich wird Jogi Löws Truppe am Montag in Wien alles abverlangen. Wir werden ein tolles Spiel zu sehen bekommen!

Gespannt darf man heute Abend auf Italiens Reaktion auf die Klatsche vom vergangenen Montag sein. Gegen Rumänien müssen nun Tore und Punkte her. Rumäniens Roma-Verteidiger Chivu protzte vor dem Spiel: «Italien wird durch die Hölle gehen müssen!». Dies ist sich die Squadra Azzurra jedoch bereits schon aus dem Holland-Spiel gewöhnt. Mein Tipp: Italien – Rumänien 2:0

Das Knallerspiel in der Todesgruppe C findet aber in Bern statt. Hundertausende von Oranje-Fans säumen erneut die Stadt Bern, um ihre Mannschaft gegen die Equipe Tricolore zum zweiten Sieg des Turnier zu schreien. Die Franzosen sind nach der mässigen Leistung gegen Rumänien unter Zugzwang. Ein tolles Aufeinandertreffen der Superstars ist zu erwarten! Mein Tipp: Holland – Frankreich 2:2



Tops und Flops
Juni 11, 2008, 1:04
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Nun haben wir also jedes Team einmal auf dem Pitch gesehen. Zeit also, um ein kleines Top- und Flop-Fazit zu ziehen.

DIE TOPS:
1. Holland
Damit meine ich das Team der Niederlande UND seine Fans. Unglaublich, was zurzeit in unserer Bundeshauptstadt Bern los ist. Tausende von Holländern säumen die Plätze und Gassen, machen die Stadt zur Partyzone. Kein Wunder eigentlich bei dieser Nationalmannschaft. Schnelles Kurzpassspiel, wunderbarer Konterfussball und leckere technische Raffinessen liessen uns Fans mit der Zunge schnalzen! Weiter so! Hup Holland!

2. Portugal
Ehrlich gesagt, kann unsere Schweizer Nati nur hoffen, dass sich die Portugiesen heute Abend gegen die Tschechen vorzeitig fürs Achtelfinale qualifizieren und dann im letzten Spiel (in welchem es für die Schweiz hoffentlich noch um etwas geht) auf diverse Stammspieler (zum Beispiel auf Cristiano Ronaldo) verzichten würde. Obwohl, und das ist das tolle am portugisieschen Team, auch die Jungs auf deren Ersatzbank ganz gut mit dem Ball umgehen können. Das Spiel der Portugiesen gegen die Türkei war auf jeden Fall ein Augenschmaus!

3. Österreich
Unsere Mitgastgeber der EURO 2008 spielte sich in die Herzen der Fans. Trotz der 0:1-Niederlage gegen Kroatien beeindruckte die Hickersberger-Elf mit frechem Fussball über die Flügel. Ich persönlich oute mich hiermit hochoffiziell als Austria-Supporter! Immer wieder Österreich!

4. Deutschland
Das war zu erwarten. Deutschland marschiert bereits in bekannter Manier in Richtung Finale. Die Mannschaft ist eingespielt und hat Qualität. Ein EM-Topfavorit sondergleichen!

DIE FLOPS:
1. Griechenland
Ja, der amtierende Europameister kommt in meiner Flop-Rangliste noch vor den Italienern. Ein Skandal, mit welchen Mitteln sich die Rehhagel-Mannschaft versuchte, einen Punkt zu erschleichen. Angsthasen-Fussball sondergleichen! Zeus bestrafte die mikrige Vorstellung mit zwei Gegentreffern innert kurzer Zeit. Richtig so.

2. Italien
Man hatte so richtig Mitleid mit den Italienern, wie sie von einem bärenstark aufspielenden Holland gedemütigt wurde. Die Verteidigung stand vollständig im Schilf, Teamchef Donadoni war die Ratlosigkeit während 90 Minuten ins Gesicht geschrieben. Pech für die Azzurri, hätte die Elftal das Geschehene doch mit jedem anderen Gegner ebenso vollbracht.

3. Frankreich
Ja, Rumänien ist nicht zu unterschätzen. Was aber die französische Equipe gegen die Rumänen bot, war nicht das Gelbe vom Ei. Von einem Welt- und Europameister darf man mehr erwarten als eine Kapitulation an der gegnerischen Strafraumlinie.

4. Das Wetter
Es gab in der Vergangenheit Welt- und Europameisterschaften, welche wir uns mit Flip-Flops und Dreiviertelhose ankuckten. Momentan holt man sich damit nicht weniger als eine deftige Halskehre. Das Wetter ist ein Skandal! Das lassen wir uns nicht mehr bieten! Wir wollen schönes Wetter! Jetzt!



Oranje boven
Juni 10, 2008, 9:28
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Da hat wohl jemand einen kleinen Fehlstart hingelegt… Italiens erste Partie in der Todesgruppe C endete im Desaster für den Campione del Mondo 2006.

Meine Bedenken, das gross angekündigte Topspiel zwischen Holland und Italien könnte in langweiligem Angsthasengekicke enden, bewahrheiteten sich nicht. Dies lag vor alem an einem Team – jenem Hollands. Das temporeiche Spiel mit vielen genauen Kurzpässen überforderte den Weltmeister in allen Belangen. Wesley Sneijder spielte überragend, Rafael van der Vaart zeigte seine technische Raffinesse, Ruud van Nistelrooy sorgte immer wieder für Unruhe im italienischen Abwehrsystem und Goalie van der Sar war stets zur Stelle, wenn es ab und zu auch mal im Strafraum der Oranjes etwas brenzlig wurde.

So sehr es ein Augenschmaus war, den Holländern zuzusehen, so sehr fragte man sich, was denn mit Italiens einstigem Prunkstück, der Verteidigung, geschehen ist. Fabio Canavarros Absenz war an allen Ecken und Enden zu spüren – das Stellungsspiel der Azzurri erinnerte zeitweise an einen Hühnerhaufen. Das Spiel zwischen den beiden EM-Favoriten erinnerte an das French Open-Finale zwischen Rafael Nadal und Roger Federer vom letzten Wochenende, als auch hier die Nummer 1 vom Herausforderer auf dem Platz vorgeführt wurde.

Holland ist mit diesem 3:0-Erfolg natürlich zum Topfavorit auf einen der beiden ersten Plätze in der Gruppe C aufgestiegen. Italien wird in den beiden Spielen gegen Rumänien und Frankreich, welche sich in einem schwachen Spiel 0:0 trennten, anders auftreten müssen. Ansonsten heisst es für die Squadra Azzurra wie schon 1996 und 2004 «Ciao» nach der Gruppenphase…

In Innsbruck und Salzburg beginnt heute Abend die EURO 2008 nun auch für die Teams in der Gruppe D. Spanien trifft, wie schon 2004, als erstes auf die Russen. Vor allem dank dem Erfolg von Zenit St. Petersburg im UEFA-Cup ist Russland für viele zum Geheimfavoriten mutiert. Dass die beiden Stars Arschawin (gesperrt) und Pogrebnyak (verletzt) gegen Spanien nicht mittun können, ist für die Russen eine grosse Hypothek. Die Spieler von Zenit sind im Team von Guus Hiddink kaum zu ersetzen. Spanien kann hingegen auf alles zählen, was Rang und Namen hat. Mein Tipp: Spanien – Russland 2:1

Titelverteidiger Griechenland bekommt im zweiten Spiel der Gruppe D die Schweden als harten Brocken vorgesetzt. Man darf gespannt sein, ob es Griechenlands Trainer Otto Rehhagel gelingt, auf ein Neues eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen, welche auch an der EURO 2008 kräftig für Furore sorgen kann. Bei den Schweden wird man den Fokus vor allem auf Inter-Star Zlatan Ibrahimovic stellen. Und weil wir gestern Abend so richtig auf den Geschmack gekommen sind, erhoffen wir für heute einfach erneut ein grosses Offensivspektakel! Mein Tipp: Griechenland – Schweden 1:3



Immer wieder Österreich
Juni 9, 2008, 11:34
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Nach der Schweiz ist auch der andere Gastgeber Österreich unglücklich ins Turnier gestartet. Wie die Schweizer spielte auch das Austria-Team guten Fussball, musste sich am Ende dennoch 0:1 gegen ein grösstenteils enttäuschendes Kroatien geschlagen geben.

Die Ösis waren wohl etwas übermotiviert in ihre erste Fussballendrunde seit 1998 gestartet. René Aufhauser haute bereits nach 4 Minuten Kroaten-Stürmer Olic in der Penalty-Box um und schrieb damit EURO-Geschichte! Noch nie wurde an einer EM-Endrunde schneller auf den Elferpunkt gezeigt. Schiri Vink tat es und Kroatiens Talent Modric verwandelte.

Es folgte ein Spiel auf ein Tor, wobei wir nicht vom Austria-Tor sprechen sondern von jenem der kroatischen Mannschaft. Der junge Harnik war rechts aussen immer anspielbar. Säumel und später Kienast gewannen praktisch jedes Kopfballduell im gegnerischen Strafraum, der 38-jährige Vastic führte nach der Pause Regie und der eingewechselte Korkmaz wirbelte auf der linken Seite die kroatische Defensive gewaltig durch. Es war eine Freude den Österreichern zuzusehen. Ein Punkt wäre mehr als nur verdient gewesen.

Aber schon beim Spiel der Schweizer gegen Tschechien musste man einsehen, dass im Fussball so oft nicht jenes Team gewinnt, welches besser spielt. Dies gilt auch für die Österreicher, die nun im nächsten Spiel gegen Polen bereits unter Erfolgsdruck stehen. Weiterhin wäre ein Weiterkommen der Ösis eine grosse Überraschung. Österreich wird wohl nur «Europameister der Herzen» werden.

Im zweiten Spiel des Abends führte Lukas Podolski seine deutsche Nationalelf mit einer Doublette zu einem ungefährdeten 2:0-Sieg über sein Geburtsland Polen. Deutschland unterstrich damit seine Favoritenrolle auf die EM-Krone deutlich.

Start der Todesgruppe
Beim Wort «Todesgruppe» schaudert es so manchem Anhänger der Azzurri. Italien kämpft heute Abend in Bern gegen die Oranjes aus Holland um Punkte. Der Umstand, dass die Holländer wohl auf die Kaderspieler van Persie und Robben verzichten müssen wird meiner Meinung nach nichts daran ändern, dass das Spiel torlos ausgehen wird. Gross angekündigte Spiele versprechen grundsätzlich eh zuviel. Dazu kommt, dass sich wohl keine Mannschaft eine Startniederlage leisten möchte. Angsthasenfussball ist vorprogrammiert. Mein Tipp: Holland – Italien 0:0

Im Vorprogramm dieses Klassikers duellieren sich die Jungs aus Frankreich mit jenen aus Rumänien. Bei den Rumänen erwartet man, dass Stürmerstar Mutu nicht voll bei der Sache sein wird, da seine Oma kürzlich verstarb und sein früherer Arbeitsgeber Chelsea ihm wegen eines Transferdeals vor Jahren die Hölle heiss macht. Bei den Franzosen freuen wir uns auf Herren wie Ribery und Henry. Frankreich wird das Ding schaukeln. Mein Tipp: Frankreich – Rumänien 3:1



Cannavaro a casa
Juni 3, 2008, 11:44
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Zugegeben, der C&A-Laden ist nicht weit weg von der Schwanenplatz-Bushaltestelle. Trotzdem diskutierte ich mit Sergio diesen gesamten Weg lang (und zwar bis in die Männerabteilung des C&A-Stores) über Fabio Cannavaro. Der Weltfussballer des Jahres 2006, der Mann, der die Squadra Azzurra erst zum Weltmeistertitel führte, verletzte sich im Training und fällt für die EURO 2008 aus.

Sergio ist natürlich schockiert und zutiefst betrübt. Er, der Italo-Entlebucher, hat es ja nie leicht vor einem Fussball-Grossanlass, wenn man bedenkt, wie schwer sich die Italiener jeweils in den Gruppenspielen tun. Heuer ist dies erst recht so gegen die Holländer und die Franzosen (und gegen die Rumänen, von denen übrigens keine Sau spricht…) und ohne Fabio Cannavaro. Nein, Italien wird es nicht leicht gemacht.

Auch mein dänischer Kumpel Jacob meldete sich blitzartig aus Kopenhagen zum Fall Cannavaro. Er supportet Nachbar Schweden und die Schweiz während der EURO weil sich Dänemark selbst wie auch mittels eines alkoholisierten Fettsacks, welcher im Parken-Stadion dem Schiri an die Gurgel wollte, schlug, Als Cannavaro-Fan ist er natürlich schockiert über dessen Verletzung und er kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Weltmeister weit kommen wird.

Auch Ronny ist dieser Meinung. Er sieht die Franzosen und die Holländer eher in den Viertelfinals als die Italiener. Zudem meint Ronny, dass die Russen für Furore sorgen werden. Das meint übrigens zurzeit so mancher. Zenit St. Petersburg lässt grüssen.

Tja, und jetzt fragt ihr euch bestimmt, was einer wie ich und einer wie Sergio im C&A-Laden macht!?! Nun, als patriotischer Supporter der Schweizer Nati musste bei mir ein rotes Poloshirt her, welches ich am Eröffnungstag in Ehren tragen werde. Zwar sieht das Shirt aus, als hätte es der C&A-Schnupperhund schon in den 80er Jahren bei 60 Grad wöchentlich gewaschen. Aber ein verwaschenes Rot ist schliesslich immer noch Rot und für 14.90 drückt man doch gerne mal ein Auge zu, hm!?!



Augenweiden
Mai 29, 2008, 11:43
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Hand aufs Herz – so sehr wir uns auf die EURO freuen, an so manches Resultat erinnern wir uns schon bald nicht mehr. Was uns bleibt, sind die Tore. Vor allem die spektakulären, schönen, fantastischen Tore. Tore mit Geschichte, mit Hintergrund, mit Tragik vielleicht. Tore, die wir uns immer wieder anschauen könnten und das noch Jahre später! Meine persönliche Top 5 der EURO-Augenweiden:

1. Marco van Basten, 1988

Sowas konnte nun wirklich nur Marco van Basten in den Sinn kommen. Im Finale der EM 1988 knallte er das Spielgerät aus extrem spitzem Winkel über den damaligen Weltklassehüter Dassajew in die Maschen. Es war die Entscheidung im Münchner Olympiastadion. Holland schlug die Sovjets und wurde zum ersten Mal Europameister.

2. Zlatan Ibrahimovic, 2004

Schweden ist in der 85. Minute gegen Italien mit 0:1 im Hintertreffen, als den Skandinaviern ein Eckball zugesprochen wird. Wie ein Gummiball prellt der Roteiro durch den Strafraum der Azzurri worauf der schwedische Ausnahmestürmer Zlatan Ibrahimovic volly mit der Hacke in den linken oberen Torwinkel trifft. Ein unmögliches Tor, welches für Italien tragische Folgen hatte – es scheiterte in den Gruppenspielen.

3. Paul Gascoigne, 1996

Im gross angekündigten Gruppenspiel zwischen England und Schottland verschiesst der schottische Oldstar McAllistar einen Penalty, worauf Paul Gascoigne im Gegenzug das 2:0 und somit die Entscheidung zugunsten Englands bewerkstelligte. Grossartig wie er die schottische Verteidigung stehen lässt und die Pille astrein im Gehäuse unterbringt. Sein anschliessender Jubel ist legendär!

4. Henrik Larsson, 2004

Solche Tore könnten wir an der EURO 2008 wieder von ihm sehen! Henrik «Henke» Larsson erzielte vor vier Jahren im Startspiel mit einem herrlichen Flugkopfball eines der fünf Tore für seine Schweden. Larsson bildete damals zusammen mit Zlatan Ibrahimovic und Freddie Ljungbjerg die Achse eines bärenstarken schwedischen Teams.

5. Kim Vilfort, 1992

Es gibt sicherlich schönere Tore als jenes von Kim Vilfort im EM-Finale von 1992. Die Geschichte dahinter ist jedoch riesig. Eigentlich nicht für die EM qualifiziert rückte die dänische Mannschaft für das ausgeschlossene Jugoslawien nach, bezwang im Finale die Weltmeister aus Deutschland und holte sich promt die Trophäe nach Hause. Das 2:0 von Vilfort entschied die Partie und dem dänischen Reporter ging ein enthusiastisches «Huttelihut!» über die Lippen. Ein Wort, welches im Dänischen gar nicht existierte – bis zu jenem 2:0 von Kim Vilfort.



Tests und Cuts
Mai 28, 2008, 9:28
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Noch 10 Tage bis zur EURO 2008. Die Teilnehmerländer testen ihre Form gegen Teams, welche vorzugsweise der Spielart ihrer EM-Kontrahenten nahe kommen. So haute die Schweizer Nati am vergangenen Samstag die Slowaken 2:0 weg weil man das Spiel gegen die Tschechen «simulieren» wollte. Die Türken taten dies schon Tage zuvor, indem sie 1:0 gewinnen konnten.

Startgegner Tschechien überzeugte in Prag beim 2:0-Erfolg gegen Litauen. Besonders ihr «Riesenbaby» im Sturm scheint rechtzeitig zum Aufeinandertreffen mit unserem Schweizer Team auf Höchstform aufzulaufen. Der Nürnberger erzielte beide Tore und bildete zusammen mit Mittelfeldmann Jankulowski und Torwart Cech die Achse im Spiel der Tschechen.

Währendessen verkrampfte sich Deutschland beim Test gegen Weissrussland beim 2:2 in Kaiserslautern, wobei die DFB-Elf eine gemütliche 2:0-Führung verspielte. Die Schuld gibt die Presse zum einen dem Lieblingsopfer Jens Lehmann, zum anderen den vielen Auswechslungen in Halbzeit Zwei durch den zahnwehgeplagten Teamchef Jogi Löw.

Co-Gastgeber Österreich seinerseits konnte die Übung gegen Nigeria erneut nicht siegreich gestalten. Experten wollen beim 1:1 jedoch einige Lichtblicke im Spiel des Austria-Teams gesehen haben.

Derweil zerbrechen sich die Teamverantwortlichen einiger EM-Teilnehmerländer die Köpfe. Heute verstreicht nämlich die Meldefrist für die 23-Mann-Kader. Bei den Deutschen sind es beispielsweise noch drei, bei Italien einer und im Schweizer Team zwei Spieler, die zuviel mit an Board sind.

Bei der Deutschen Elf geht man davon aus, dass es die Herren Jones, Helmes und Trochowski treffen könnte, welche ihre Ferien planen können. Allerdings ist auch Deutschland Fussballer des Jahres Mario Gomes ein (verletzungsbedingter) Wackelkandidat.

Italiens Coach Roberto Donadoni dürfte einen Stürmer streichen. Antonio Cassano, Antonio Di Natale und Fabio Quagliarella sind die Favoriten dafür.

Und Köbi Kuhn – der will bereits wissen, wer er nach Hause schicken wird. Ein Innenverteidiger soll es mit Bestimmtheit sein und dabei soll die Wahl auf einen aus dem Duo Eggimann/Grichting fallen. Mario Eggimann vom Karlsruher SC, der auf die kommende Saison zu Hannover 96 wechselt, hat eine äusserst erfolgreiche Saison hinter sich. Kein Bundesliga-Verteidiger vermochte in der abgelaufenen Spielzeit mehr Tore zu erzielen als der Aargauer. Stéphane Grichting vom Ligue 1-Verein Auxerre wird jedoch allgemein im 23er Kader der Schweizer Equipe erwartet, da Erfahrung und Abstimmung mit den anderen drei (französisch sprechenden) Innenverteidigern für den Romand sprechen.

Ein weiterer Mann, der über die Klippe springen muss, könnte Benjamin Huggel sein, wobei auch Ricardo Cabanas sein EM-Ticket noch nicht auf sicher glauben dürfte.