Euro Null Acht


Kein «Wunder von Wien»
Juni 17, 2008, 9:32
Gespeichert unter: Deutschland, Frankreich, Holland, Italien, Rumänien, Österreich

Otto Rehhagel hatte recht. Wunder gibt es nicht alle Tage. «Cordoba II» blieb den Deutschen erspart weil a) Österreich ihre Abschlussschwäche auch im dritten Gruppenspiel nicht ablegen konnte und b) Michael Ballack einen Freistoss derart in die Ösi-Maschen pfefferte, dass man froh sein musste, dass Austria-Hüter Macho seine Pfoten nicht mehr rankriegte, ansonsten er sich wohl seine Finger gebrochen hätte. 121 km/h hatte das Geschoss drauf, welches ins rechte Lattenkreuz eindonnerte. Allerdings hätte es wohl auch bei einem etwas minderen Schuss gekachelt, da Torwart Macho sich blindlinks von der Torlinie entfernte, um sich danach flach auf die Matte des Wiener Stadions hinzulegen. Solche Aktion genügen wohl in Spielen gegen Austra Kärnten oder Baumit Admira Wacker. Bei Freistössen von Ballack braucht es jedoch eher eine Glanzparade vom Rapid-Keeper.

Trotz des 1:0-Sieges und der damit verbundenen Qualifikation für die Viertelfinals, spielte Deutschland nicht europameisterlich. Eine Steigerung ist dringendst von Nöten wenn es am Donnerstag gegen Portugal um den Einzug ins Halbfinale geht.

Vorerst um den Einzug in die Viertelfinals geht es heute für Frankreich und Italien. Die beiden Nationen zittern sich ganz schön die Hosen voll, dass sich Holland gegen Rumänien keine Mühe geben würde. Hollands van Persie beruhigte die italienisch-französischen Gemüter mit den Worten: «Ich habe schon Mühe, wenn ich in den Ferien im Tischtennis verliere!» Die Niederländer werden auch mit einer sogenannten «B-Elf» mit Jungs wie Huntelaar, Heitinga und Melchiot ein Klasseteam stellen, welches einem motivierten Rumänien durchaus Parolie bieten kann.

Italien und Frankreich, vor zwei Jahren noch Gegner im WM-Final, werden sich währendessen ganz schön die Bälle um die Ohren hauen. Wer verliert fliegt raus, und wer gewinnt vielleicht auch – aber das soll dann ja niemand den Holländern in die Schuhe schieben wollen, denn schliesslich liessen die Leistungen der Equipe Tricolore wie auch der Squadra Azzurra bisher zu Wünschen übrig.

Meine Tipps: Holland – Rumänien 2:0, Italien – Frankreich 2:1



I wer’ narrisch!
Juni 16, 2008, 12:49
Gespeichert unter: Deutschland, Österreich

Alles spricht von der «Schmach von Cordoba». Insbesondere die Deutschen können es nicht mehr hören, dass sie ständig auf jenes Ereignis aus dem Jahre 1978 angesprochen werden. Damals, am 21. Juni 1978 wurde die deutsche Elf im argentinischen Cordoba vom österreichischen Team mit einem sensationellen 2:3 nach Hause geschickt. Es war dies der erste Sieg Österreichs über Deutschland seit 47 Jahren. Der legendäre österreichische Radiomoderator Edi Finger kommentierte das Spiel damals wie folgt:

„Und jetzt kann Sara sich noch einen aussichtslos scheinenden Ball einholen, Pass nach links herüber, es gibt Beifall für ihn, da kommt Krankl vorbei diesmal an seinem (…) Bewacher, ist im Strafraum – Schuss … Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor! I wer’ narrisch! Krankl schießt ein – 3:2 für Österreich! Meine Damen und Herren, wir fallen uns um den Hals; der Kollege Rippel, der Diplom-Ingenieur Posch – wir busseln uns ab. 3:2 für Österreich durch ein großartiges Tor unseres Krankl. Er hat olles überspielt, meine Damen und Herren. Und warten S’ noch a bisserl, warten S’ no a bisserl; dann können wir uns vielleicht ein Vierterl genehmigen. Also das, das musst miterlebt haben. Jetz bin i aufgstanden, alle Südamerikaner mit ihren Toros(?). I glaub jetzt hammas gschlagn! Angriff aber der Deutschen, aufpassen, wieder Kopfabwehr. Das Leder kommt hinüber nach links zu Pezzey – Pezzey, aber Burschen jetzt follts net um hinten, bleibts aufrecht stehn. Noch zwei Minuten, das Leder wieder bei Österreich, noch wolln ma nichts verschreien. Jetzt kommt die Flanke in unsern Strafraum und da Kreuz hot scho wieder abgewehrt!

Die Deutschen ham alles nach vorn beordert. Eine Möglichkeit der Deutschen! Und!? Daneeeeben! Also der Abraaaamczik – obbusseln möcht’ i den Abramcik dafür. Jetzt hat er uns g’hooolfn. ‘llein vor dem Tor stehend. Der braaave Abramczik hot daneben gschossn. Der Orme wird si’ ärgern. Noch 30 Sekunden. 3:2 für Österreich. Nach 47 Jahren meine Damen und Herren liegt eine österreichische Nationalmannschaft, aber wos für ane, eine Weltklassemannschaft, die da heute spielt, gegen die Bundesrepublik mit 3:2 in Führung. Und jetzt trau i mi scho gar net mehr hinschauen. Aussigschossen ins Out. Schiedsrichter Klein aus Israel, ein ganz hervorragender Schiedsrichter, er hat es nicht leicht heut ghabt, aber hat bis jetzt klass gepfiffen. 45. Minute, noch einmal Deutschland am Ball und Prohaska haut den Ball ins Out.

Und jetzt ist auuus! Ende! Schluss! Vorbei! Aus! Deutschland geschlagen, meine Damen und Herren, nach 47 Jahren kann Österreich zum ersten Mal wieder Deutschland besiegen!“

Heute treffen sich die Teams aus Deutschland und Österreich in Wien zur entscheideden Partie ums Weiterkommen in der EURO 2008-Gruppe B. Ein Sieg der Österreicher käme einem «zweiten Cordoba» gleich – man würde wohl vom «Wunder von Wien» sprechen. Otto Rehhagel jedenfalls meinte nach dem Ausscheiden seiner Griechen, dass Wunder nicht alle 14 Tage passieren – sonst wäre es ja kein Wunder. Wunder gäbe es nur alle 30 Jahre. Genau so lange ist es nun her seit der «Schmach von Cordoba»…

Soweit wird es wohl nicht kommen. Österreich wird Deutschland vor allem in den Startminuten gewaltig ärgern. Ihre Schwächen im Abschluss werden die Ösis aber auch gegen Jogi Löws Truppe nicht ablegen können. Deutschland wird in der 2. Halbzeit für klare Verhältnisse sorgen. Mein Tipp: Österreich – Deutschland 0:3

Demnach könnte Polen gegen die Kroaten spielen wie sie wollen. Ein Weiterkommen liegt für die Jungs von Leo Beenhaker nicht mehr drin. Spätestens nach dem dritten Tor der Deutschen auf der Anzeigetafel brechen Polens Spieler enttäuscht in Tränen aus. Mein Tipp: Kroatien – Polen 2:0



Ein zweites «Cordoba»?
Juni 13, 2008, 10:06
Gespeichert unter: Deutschland, Frankreich, Holland, Italien, Kroatien, Polen, Rumänien, Österreich

Österreich und die Nachspielzeit – das passt! Bereits bei der Fussball-WM 1998 in Frankreich erzielten die Ösis ihre sämtlichen drei Treffer des Turniers jeweils nach der regulären Spielzeit. Zweimal konnte man damals noch ausgleichen, Andreas Herzogs Treffer gegen Italien war jedoch nur noch für die Statistik.

Diese Statistik kannten die Polen nicht. Der 38-jährige Vastic war es, der den zugesprochenen Elfer hemmungslos ins linke Eck dreschte und damit den EURO-Traum Österreichs am Leben hielt. Allerdings hätten es sich die Jungs um Trainer Josef Hickersberger viel einfacher machen können. Wie gegen die Kroaten rannten sie auf das polnische Tor an, litten aber noch immer an dieser heimtückischen Torimpotenz. Leitgeb, Harnik und Ivanschitz scheiterten reihenweise am eigenen Unvermögen bzw. am hervorragenden Polen-Keeper Boruc. Als Polens eingebürgerter Brasilianer Guerreiro in klarer Offsideposition (Wie heisst eigentlich der Blindenhund des Schiri-Assistenten?!?) zum 0:1 einschoss, stellten die Ösis ihre Angriffsbemühungen unter Schockzustand für eine gewisse Zeit ein. Erst in der Schlussphase spürte man Österreich den unbedingten Willen zum Sieg wieder an, was sich am Ende ausbezahlte.

Somit wären wir dort angelangt, wo die Deutschen nie hin wollten. Deutschland gegen Österreich verkommt zur entscheidenden Partie in der Gruppe B weil die Deutschen ihr zweites Spiel gegen die Kroaten mit 1:2 verbockten. Die DFB-Elf zeigte ungewohnte Schwächen, war zeitweise extrem unorganisiert, gewisse Spieler standen buchstäblich «im Kraut» und Captain Michael Ballack war nicht imstande seine Truppe zu führen. Es war ein desolater Auftritt des Europameisters von 1996, was die BILD-Zeitung zur Schlagzeile verführte: «Jogi, diese Pleite macht uns Angst!». Soll heissen: Die Deutschen machen sich vor den Österreichern in die Hose. Eine Niederlage in Wien käme einem zweiten «Cordoba» gleich (1978 verlor Deutschland im argentinischen Cordoba gegen Österreich mit 2:3 und schied vorzeitig aus. Das Spiel ging als «Schmach von Cordoba» in die Geschichte ein).

Ex-Bundestrainer Berti Vogts meinte, dass Österreich nur alle 50 Jahre gegen Deutschland gewinne. Da «Cordoba» erst 30 Jahre her ist, wäre für ihn der Fall klar, dass Deutschland das Ding schon schaukeln werde. Dies glaube ich allerdings auch. Aber es wird kein Spaziergang werden. Österreich wird Jogi Löws Truppe am Montag in Wien alles abverlangen. Wir werden ein tolles Spiel zu sehen bekommen!

Gespannt darf man heute Abend auf Italiens Reaktion auf die Klatsche vom vergangenen Montag sein. Gegen Rumänien müssen nun Tore und Punkte her. Rumäniens Roma-Verteidiger Chivu protzte vor dem Spiel: «Italien wird durch die Hölle gehen müssen!». Dies ist sich die Squadra Azzurra jedoch bereits schon aus dem Holland-Spiel gewöhnt. Mein Tipp: Italien – Rumänien 2:0

Das Knallerspiel in der Todesgruppe C findet aber in Bern statt. Hundertausende von Oranje-Fans säumen erneut die Stadt Bern, um ihre Mannschaft gegen die Equipe Tricolore zum zweiten Sieg des Turnier zu schreien. Die Franzosen sind nach der mässigen Leistung gegen Rumänien unter Zugzwang. Ein tolles Aufeinandertreffen der Superstars ist zu erwarten! Mein Tipp: Holland – Frankreich 2:2



Jetzt wenigstens Österreich…
Juni 12, 2008, 10:26
Gespeichert unter: Deutschland, Kroatien, Polen, Portugal, Tschechien, Türkei, Österreich

Die Schweiz ist raus. Wir Eidgenossen können nun getrost zurücklehnen, um den richtigen Stars bei der Arbeit zuzusehen. Die Portugiesen zum Beispiel lieferten im Spiel gegen Tschechien eine wundervolle Vorstellung ab. Einem Cristiano Ronaldo zuzusehen, wie er zwei Tore vorbereitet und eines selbst erzielt, ist ganz einfach grossartig. Portugal qualifizierte sich dank eines 3:1-Sieges gegen toll spielende Tschechen als erstes Team für die Viertelfinals der EURO 2008. Das Spiel vom Sonntag gegen die Schweiz hat nur noch Freundschaftsspiel-Charakter.

Derweil findet zur selben Zeit der Kracher zwischen Tschechien und der Türkei statt. Die beiden Teams teilen sich nach zwei Partien den zweiten Platz und weisen ausserdem das exakt gleiche Torverhätnis auf (2:3). Endet das Spiel am Sonntag also Unentschieden findet an der EURO 2008 ein absolutes Novum statt: Ein Elfmeterschiessen in den Gruppenspielen. Das Reglement sagt nämlich: «Treffen im abschließenden Gruppenspiel zwei Mannschaften aufeinander, die die gleiche Punktzahl, die gleiche Tordifferenz sowie die gleiche Anzahl erzielter Tore aufweisen, und endet diese Begegnung nach 90 Minuten mit einem Unentschieden, entscheidet ein Elfmeterschießen über die Platzierung. Voraussetzung ist aber, dass in der anderen abschließenden Gruppenbegegnung keine Mannschaft auf die Punktzahl der anderen beiden Mannschaften kommt.»

Österreich steht heute vor einer ähnlichen Aufgabe wie die Schweiz gestern. Nach der unglücklichen Auftaktniederlage gegen Kroatien, gilt es heute die ebenfalls noch punktelosen Polen zum bezwingen. Mit einer ähnlich guten Leistung wie am vergangenen Sonntag könnte dies dem Team von Coach Hickersberger auch gelingen. Ich persönlich glaube fest an einen Austria-Erfolg! Mein Tipp: Österreich – Polen 1:0

Im Vorprogramm der Österreich-Partie wird Deutschlands Form von den Kroaten getestet. Mladen Petric und Company müssen nun mit schwererem Geschütz auffahren, als dass sie es im Startspiel gegen Österreich getan haben. Kroatien ist mit Bestimmtheit ein grösserer Brocken als Polen, welche Deutschland letzten Sonntag noch ohne speziellen Aufwand zu bezwingen vermochte. Auf einen tollen Fight darf man sich freuen. Mein Tipp: Deutschland – Kroatien 1:1



Tops und Flops
Juni 11, 2008, 1:04
Gespeichert unter: Deutschland, Frankreich, Griechenland, Holland, Italien, Portugal, Österreich

Nun haben wir also jedes Team einmal auf dem Pitch gesehen. Zeit also, um ein kleines Top- und Flop-Fazit zu ziehen.

DIE TOPS:
1. Holland
Damit meine ich das Team der Niederlande UND seine Fans. Unglaublich, was zurzeit in unserer Bundeshauptstadt Bern los ist. Tausende von Holländern säumen die Plätze und Gassen, machen die Stadt zur Partyzone. Kein Wunder eigentlich bei dieser Nationalmannschaft. Schnelles Kurzpassspiel, wunderbarer Konterfussball und leckere technische Raffinessen liessen uns Fans mit der Zunge schnalzen! Weiter so! Hup Holland!

2. Portugal
Ehrlich gesagt, kann unsere Schweizer Nati nur hoffen, dass sich die Portugiesen heute Abend gegen die Tschechen vorzeitig fürs Achtelfinale qualifizieren und dann im letzten Spiel (in welchem es für die Schweiz hoffentlich noch um etwas geht) auf diverse Stammspieler (zum Beispiel auf Cristiano Ronaldo) verzichten würde. Obwohl, und das ist das tolle am portugisieschen Team, auch die Jungs auf deren Ersatzbank ganz gut mit dem Ball umgehen können. Das Spiel der Portugiesen gegen die Türkei war auf jeden Fall ein Augenschmaus!

3. Österreich
Unsere Mitgastgeber der EURO 2008 spielte sich in die Herzen der Fans. Trotz der 0:1-Niederlage gegen Kroatien beeindruckte die Hickersberger-Elf mit frechem Fussball über die Flügel. Ich persönlich oute mich hiermit hochoffiziell als Austria-Supporter! Immer wieder Österreich!

4. Deutschland
Das war zu erwarten. Deutschland marschiert bereits in bekannter Manier in Richtung Finale. Die Mannschaft ist eingespielt und hat Qualität. Ein EM-Topfavorit sondergleichen!

DIE FLOPS:
1. Griechenland
Ja, der amtierende Europameister kommt in meiner Flop-Rangliste noch vor den Italienern. Ein Skandal, mit welchen Mitteln sich die Rehhagel-Mannschaft versuchte, einen Punkt zu erschleichen. Angsthasen-Fussball sondergleichen! Zeus bestrafte die mikrige Vorstellung mit zwei Gegentreffern innert kurzer Zeit. Richtig so.

2. Italien
Man hatte so richtig Mitleid mit den Italienern, wie sie von einem bärenstark aufspielenden Holland gedemütigt wurde. Die Verteidigung stand vollständig im Schilf, Teamchef Donadoni war die Ratlosigkeit während 90 Minuten ins Gesicht geschrieben. Pech für die Azzurri, hätte die Elftal das Geschehene doch mit jedem anderen Gegner ebenso vollbracht.

3. Frankreich
Ja, Rumänien ist nicht zu unterschätzen. Was aber die französische Equipe gegen die Rumänen bot, war nicht das Gelbe vom Ei. Von einem Welt- und Europameister darf man mehr erwarten als eine Kapitulation an der gegnerischen Strafraumlinie.

4. Das Wetter
Es gab in der Vergangenheit Welt- und Europameisterschaften, welche wir uns mit Flip-Flops und Dreiviertelhose ankuckten. Momentan holt man sich damit nicht weniger als eine deftige Halskehre. Das Wetter ist ein Skandal! Das lassen wir uns nicht mehr bieten! Wir wollen schönes Wetter! Jetzt!



Immer wieder Österreich
Juni 9, 2008, 11:34
Gespeichert unter: Deutschland, Frankreich, Holland, Italien, Kroatien, Polen, Rumänien, Österreich

Nach der Schweiz ist auch der andere Gastgeber Österreich unglücklich ins Turnier gestartet. Wie die Schweizer spielte auch das Austria-Team guten Fussball, musste sich am Ende dennoch 0:1 gegen ein grösstenteils enttäuschendes Kroatien geschlagen geben.

Die Ösis waren wohl etwas übermotiviert in ihre erste Fussballendrunde seit 1998 gestartet. René Aufhauser haute bereits nach 4 Minuten Kroaten-Stürmer Olic in der Penalty-Box um und schrieb damit EURO-Geschichte! Noch nie wurde an einer EM-Endrunde schneller auf den Elferpunkt gezeigt. Schiri Vink tat es und Kroatiens Talent Modric verwandelte.

Es folgte ein Spiel auf ein Tor, wobei wir nicht vom Austria-Tor sprechen sondern von jenem der kroatischen Mannschaft. Der junge Harnik war rechts aussen immer anspielbar. Säumel und später Kienast gewannen praktisch jedes Kopfballduell im gegnerischen Strafraum, der 38-jährige Vastic führte nach der Pause Regie und der eingewechselte Korkmaz wirbelte auf der linken Seite die kroatische Defensive gewaltig durch. Es war eine Freude den Österreichern zuzusehen. Ein Punkt wäre mehr als nur verdient gewesen.

Aber schon beim Spiel der Schweizer gegen Tschechien musste man einsehen, dass im Fussball so oft nicht jenes Team gewinnt, welches besser spielt. Dies gilt auch für die Österreicher, die nun im nächsten Spiel gegen Polen bereits unter Erfolgsdruck stehen. Weiterhin wäre ein Weiterkommen der Ösis eine grosse Überraschung. Österreich wird wohl nur «Europameister der Herzen» werden.

Im zweiten Spiel des Abends führte Lukas Podolski seine deutsche Nationalelf mit einer Doublette zu einem ungefährdeten 2:0-Sieg über sein Geburtsland Polen. Deutschland unterstrich damit seine Favoritenrolle auf die EM-Krone deutlich.

Start der Todesgruppe
Beim Wort «Todesgruppe» schaudert es so manchem Anhänger der Azzurri. Italien kämpft heute Abend in Bern gegen die Oranjes aus Holland um Punkte. Der Umstand, dass die Holländer wohl auf die Kaderspieler van Persie und Robben verzichten müssen wird meiner Meinung nach nichts daran ändern, dass das Spiel torlos ausgehen wird. Gross angekündigte Spiele versprechen grundsätzlich eh zuviel. Dazu kommt, dass sich wohl keine Mannschaft eine Startniederlage leisten möchte. Angsthasenfussball ist vorprogrammiert. Mein Tipp: Holland – Italien 0:0

Im Vorprogramm dieses Klassikers duellieren sich die Jungs aus Frankreich mit jenen aus Rumänien. Bei den Rumänen erwartet man, dass Stürmerstar Mutu nicht voll bei der Sache sein wird, da seine Oma kürzlich verstarb und sein früherer Arbeitsgeber Chelsea ihm wegen eines Transferdeals vor Jahren die Hölle heiss macht. Bei den Franzosen freuen wir uns auf Herren wie Ribery und Henry. Frankreich wird das Ding schaukeln. Mein Tipp: Frankreich – Rumänien 3:1



Spiel zu Ende – EURO (noch) nicht
Juni 8, 2008, 10:30
Gespeichert unter: Deutschland, Kroatien, Polen, Portugal, Schweiz, Tschechien, Türkei, Österreich

Es war ein bitterer Abend für die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft. Gut gespielt, schliesslich aber trotzdem Spiel und Captain Alexander Frei verloren. Tschechien hat den Sieg keineswegs gestohlen. Ein Unentschieden wäre wohl dennoch das gerechte Ergebnis gewesen, doch fehlte den Schweizern zeitweise ganz einfach das Glück. Beim Lattenknaller von Johan Vonlanthen zum Beispiel, aber auch bei zwei Aktionen von Tschechen-Verteidiger Ujfalusi, dem das Leder zweimal im Strafraum an die Hand klatschte. Zwar muss bei beiden Aktionen keineswegs auf Elfmeter entschieden werden… es gibt aber durchaus Schiris, die auf den Punkt gezeigt hätten.

Tja und nun spielen wir am Mittwoch gegen die Türken, welche im weiten Spiel des Eröffnungstages Portugal 0:2 unterlagen, bereits um Sein oder NIchtsein. Wer verliert ist raus aus dem Turnier, ein Unentschieden würde wohl keinem Team wirklich etwas bringen. Nicht einfacher wird die Angelegenheit duch den (mindestens) sechswöchigen Ausfall Alexander Freis und dem Umstand, dass die Schweizer Nati mit Streller und Derdiyok nun bloss noch über zwei Stürmer verfügt. Allerdings könnte man durchaus auch einen Johan Vonlanthen in der Spitze einsetzen.

Es gibt natürlich noch keinen Grund zu kapitulieren. Es sind weiterhin noch two games to go! Köbi Kuhn meinte an der Pressekonfernez jedenfalls «Das Spiel ist zu Ende – die EURO nicht!». Noch nicht…

Heute gibt’s Tore
Unser EURO-Partner Österreich steigt heute ins Turnier ein. Als krasser Aussenseiter werden die Ösis gegen Kroatien mit Bestimmtheit eine gute Falle machen wollen. Dies wird ihnen wohl nur in den Anfangsminuten der Partie gelingen. Kroatien ist für Österreich eine Nummer zu gross. Mein Tipp: Österreich – Kroatien 0:3

Im Abendspiel treffen sich die Deutsche Elf und diejenige aus Polen zur Neuauflage des WM-Gruppenspiels von 2006. Damals netzte Oliver Neuville in der letzten Spielminute zum 1:0 ein. Heute wird die Sache nicht mehr derart knapp werden. Die Löw-Jungs sind tipptopp auf die EURO eingestimmt, das Team ist eingespielt. Mein Tipp: Deutschland – Polen 3:0



Österreich ist Europameister!
Mai 28, 2008, 5:12
Gespeichert unter: Österreich

An der EURO 2008 ist noch kein Ball getreten worden und schon sind die Österreicher Europameister! Am 6. Juni sendet das ORF den 45-minütigen fiktiven Helden-Epos «Das Wunder von Wien».

ORF-Sportchef Hans Huber steht zu Beginn des Films auf dem Rasen des Wiener EM-Stadions und blickt auf die EURO 2008 zurück, welche Österreich sensationell gewinnen konnte.

Im Halbfinale schlägt Österreich die Deutsche Elf. Im ARD-Studio verstehen Gerhard Delling und Günter Netzer die Welt nicht mehr. Netzer: «Ich muss befürchten, dass das hier als zweites Cordoba gilt.»

Der österreichische Star-Regisseur und Satiriker David Schalko hatte die Idee für diese Parodie und konnte zahlreiche Fussball-Promis zum Mitmachen überreden: Franz Beckenbauer, Hans Krankl, Otto Rehhagel und Giovanni Trapattoni versuchen zu erklären, wie die Österreicher Europameister werden konnten. Ösi-Trainer Josef Hickersberger sieht den Sieg gegen Deutschland als Schlüsselerlebnis: «Da war klar: Wer Deutschland schlägt, kann auch Europameister werden.» Die einzige Erfindung des Films ist Peter Hruska – der Star der EM.



Finale impossibile
Mai 28, 2008, 4:42
Gespeichert unter: Schweiz, Österreich

Heute machte sich Radio Pilatus in Österreich schlau, wie hoch denn das Fussballfieber in unserem EURO-Partnerland Österreich ist. Natürlich ist es hoch, die Vorfreude ist gross und einer meinte sogar, er würde es begrüssen, wenn sein Team Austria im Finale auf uns Schweizer trifft. Nette Leute, die Österreicher!

Aber, bei allem Optimismus, dass sich gerade die beiden Gastgeberländer im Endspiel treffen, es ist unmöglich. Der Spielplan der EURO 2008 lässt nämlich im besten Falle nur ein Halbfinale zwischen der Schweiz und Österreich zu. Laut diesem machen die Teams in den Gruppen A und B sowie C und D die beiden Finalisten aus. Somit kann dieses Jahr auch die Paarung des Eröffnungsspiels nicht dieselbe sein wie jene des Finals, wie es vor vier Jahren in Portugal der Fall war. Die Schweiz und Tschechien würden sich optimaler Weise schon im Halbfinal wieder auf die Socken hauen.

Dass nicht jedes Finalspiel möglich ist, finde ich persönlich doof. Auch dass die Schweiz bei einer Viertelfinalqualifikation als zweitplatzierte Mannschaft in der Gruppenphase folglich in Österreich und die Österreicher bei selbigem Umstand in der Schweiz spielen müssten, kann wohl kaum einer verstehen. Aus diesem Grund habe ich die UEFA um Stellungnahme gebeten, auf welche ich nun warte.

Hier eine kleine Auswahl der Finalspiele, auf die wir bei der EURO 2008 leider verzichten müssen:
Schweiz-Österreich
Schweiz-Deutschland
Portugal-Deutschland
Italien-Frankreich
Frankreich-Holland
Italien-Holland
Spanien-Italien
Spanien-Frankreich
Griechenland-Italien



Tests und Cuts
Mai 28, 2008, 9:28
Gespeichert unter: Deutschland, Italien, Schweiz, Tschechien, Türkei, Österreich

Noch 10 Tage bis zur EURO 2008. Die Teilnehmerländer testen ihre Form gegen Teams, welche vorzugsweise der Spielart ihrer EM-Kontrahenten nahe kommen. So haute die Schweizer Nati am vergangenen Samstag die Slowaken 2:0 weg weil man das Spiel gegen die Tschechen «simulieren» wollte. Die Türken taten dies schon Tage zuvor, indem sie 1:0 gewinnen konnten.

Startgegner Tschechien überzeugte in Prag beim 2:0-Erfolg gegen Litauen. Besonders ihr «Riesenbaby» im Sturm scheint rechtzeitig zum Aufeinandertreffen mit unserem Schweizer Team auf Höchstform aufzulaufen. Der Nürnberger erzielte beide Tore und bildete zusammen mit Mittelfeldmann Jankulowski und Torwart Cech die Achse im Spiel der Tschechen.

Währendessen verkrampfte sich Deutschland beim Test gegen Weissrussland beim 2:2 in Kaiserslautern, wobei die DFB-Elf eine gemütliche 2:0-Führung verspielte. Die Schuld gibt die Presse zum einen dem Lieblingsopfer Jens Lehmann, zum anderen den vielen Auswechslungen in Halbzeit Zwei durch den zahnwehgeplagten Teamchef Jogi Löw.

Co-Gastgeber Österreich seinerseits konnte die Übung gegen Nigeria erneut nicht siegreich gestalten. Experten wollen beim 1:1 jedoch einige Lichtblicke im Spiel des Austria-Teams gesehen haben.

Derweil zerbrechen sich die Teamverantwortlichen einiger EM-Teilnehmerländer die Köpfe. Heute verstreicht nämlich die Meldefrist für die 23-Mann-Kader. Bei den Deutschen sind es beispielsweise noch drei, bei Italien einer und im Schweizer Team zwei Spieler, die zuviel mit an Board sind.

Bei der Deutschen Elf geht man davon aus, dass es die Herren Jones, Helmes und Trochowski treffen könnte, welche ihre Ferien planen können. Allerdings ist auch Deutschland Fussballer des Jahres Mario Gomes ein (verletzungsbedingter) Wackelkandidat.

Italiens Coach Roberto Donadoni dürfte einen Stürmer streichen. Antonio Cassano, Antonio Di Natale und Fabio Quagliarella sind die Favoriten dafür.

Und Köbi Kuhn – der will bereits wissen, wer er nach Hause schicken wird. Ein Innenverteidiger soll es mit Bestimmtheit sein und dabei soll die Wahl auf einen aus dem Duo Eggimann/Grichting fallen. Mario Eggimann vom Karlsruher SC, der auf die kommende Saison zu Hannover 96 wechselt, hat eine äusserst erfolgreiche Saison hinter sich. Kein Bundesliga-Verteidiger vermochte in der abgelaufenen Spielzeit mehr Tore zu erzielen als der Aargauer. Stéphane Grichting vom Ligue 1-Verein Auxerre wird jedoch allgemein im 23er Kader der Schweizer Equipe erwartet, da Erfahrung und Abstimmung mit den anderen drei (französisch sprechenden) Innenverteidigern für den Romand sprechen.

Ein weiterer Mann, der über die Klippe springen muss, könnte Benjamin Huggel sein, wobei auch Ricardo Cabanas sein EM-Ticket noch nicht auf sicher glauben dürfte.