Euro Null Acht


Zum Abschied ein Sieg
Juni 16, 2008, 12:06
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Zum Schluss des Schweizer Heim-EM-Abenteuers wurde Geschichte geschrieben! Der 2:0-Sieg gegen Portugal (bzw. gegen das «B-Team» Portugals) bedeutet der erste Sieg einer Schweizer Nationalmannschaft an einer EM-Endrunde. Hakan Yakin konnte sich mit als Doppeltorschütze feiern lassen und reiht sich damit mit insgesamt 3 Toren zu Lukas Podolski auf Platz 2 der aktuellen EURO-Torschützenrangliste. Es war ein anständiger Schlusspunkt der Schweizer Nati an der EURO 2008. Freuen wir uns nun aber auf Othmar Hitzfeld, der uns doch hoffentlich mit einer neuen Nationalmannschaft an die WM 2010 in Südafrika führen wird!

Dass sich die Türken fürs Viertelfinale qualifizieren konnten, ist einer verrückten Schlussphase zu verdanken, Weltklassetormann Petr Cech griff im dümmsten Moment daneben, um Nihat den 2:2-Ausgleich zu ermöglichen, worauf der selbe Spieler nur Sekunden später mit einem Traumtor den 3:2-Sieg klarstellte. Türken-Hüter Volkan brachte dabei das Kunststück fertig, Riese Koller umzuhauen, was ihm aber keine Noten vom Ringrichter sondern den Roten Karton einbrachte.



Bye Bye Köbi
Juni 15, 2008, 7:41
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Portugal heisst der letzte Gegner der Schweizer Nationalmannschaft an dieser EURO. Portugal ist auch der letzte Gegner in der Ära von Köbi Kuhn. Es wäre dem Mann, der uns an die EURO 2004 wie auch an die WM 2006 brachte, gegönnt, sein letztes Spiel an der Linie unserer Nati mit einem Sieg zu beenden. Damit würden die Schweizer Geschichte schreiben, denn noch nie gelang es einer Schweizer Nationalmannschaft, an einer Europameisterschaft ein Spiel zu gewinnen. Leider wird das Spiel der bereits ausgeschiedenen Schweizer gegen die bereits für die Viertelfinals qualifizierten Porugiesen (wohl ohne Superstar Cristiano Ronaldo) bloss zu einem Freundschaftsspiel. Von daher sollte die Schweiz in dieser Partie favorisiert sein, haben sie doch genau solche Testspiele seit zwei Jahren geübt… Mein Tipp: Schweiz – Portugal 1:0

Um mehr als nur die Goldene Ananas geht es in der anderen Begegnung der Gruppe A. Tschechien und die Türkei werden sich ganz schön auf die Socken hauen. Da beide Teams vor diesem Spiel sowohl 3 Punkte wie auch 2:3 Tore auf ihrem Konto haben, könnte es bei einem unentschiedenen Ausgang zum ersten Mal in der Geschichte der EURO zu einem Elferschiessen in den Gruppenspielen kommen. Mein Tipp: Tschechien – Türkei 0:0, 4:2 nach Penaltys



Aus und vorbei
Juni 12, 2008, 8:56
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Die Frustration ist gross in der Schweiz. Seit Dezember 2002, als die EURO 2008 an die Schweiz und Österreich vergeben wurde, fieberte das Schweizer Volk dem Grossanlass entgegen. Nun ist nach nur gerade einer halben Woche alles vorbei. Die Schweizer Nationalmannschaft scheidet nach zwei Spielen und null Punkten als erste Mannschaft des Turniers aus.

Das ist der Beweis: Fussball ist eine Mannschaftssportart! Ja, wir haben einen Barnetta, einen Frei, einen Inler, einen Magnin und einen Yakin. Aber was nützen uns diese wenn sie verletzt oder ganz einfach ausser Form sind? Und vor allem… was kommt danach?

Als Johan Vonlanthen beim Stand von 1:1 ins Spiel eingewechselt wurde, konnte man noch leise hoffen, dass nochmals ein Ruck durchs Schweizer Team gehen würde. Die Einwechslungen von Cabanas und Gygax schienen allerdings eher wie eine Kapitulation. Ein Armutszeugnis. Die Schweizer Nationalmannschaft hat ganz einfach keine genügend gute Spieler, um die Gruppenphase einer Europameisterschaft zu überstehen.

Wir spielten zu Hause und wir spielten nicht gegen Portugal oder Holland sondern gegen die Türkei (welche an der EM teilnimmt weil die Norweger in der Qualifikation einen absoluten Fliegenfänger zwischen die Pfosten stellte). Es wäre schön gewesen, im letzten Gruppenspiel mit aller Kraft nochmals nach dem letzten Strohhalm zu greifen. Spätestens am Sonntagabend wäre die EURO 2008 für uns aber eh zu Ende gewesen… weil Fussball ein Teamsport ist und unser Team zu wenig Qualität hat, um im internationalen Fussball auf höchster Ebene zu bestehen.



David Villa-Show
Juni 10, 2008, 11:25
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Wie vor zwei Jahren (4:0 gegen die Ukraine) startete Spanien auch heuer mit vier Toren ins Fussballturnier. Valencias David Villa steuerte gleich drei Treffer zum 4:1-Sieg gegen die Russen bei. In beneidenswerter Form befindet sich auch sein Sturmpartner Fernando Torres, der aber kurz nach der Pause durch Arsenals Fabregas ausgetauscht wurde. SF-Co-Kommentator Toni Polster konnte diese Entscheidung von Spaniens Coach Aragones beim Stand von 2:0 nicht verstehen: «Er sollte jetzt nicht zu defensiv spielen. Das könnte ins Auge gehen!» meinte der ehemalige Austria-Topscorer. Nun ist Fabregas bestimmt kein Pendant zu Torres, einen Stürmer durch einen offensiven Mittelfeldspieler auszutauschen ist allerdings mit Bestimmtheit kein Zeichen, um hinten den Sack zu zu machen…

Die Russen wirkten etwas ratlos. Die Jungs von Guus Hiddink wurden im Vorfeld der EURO von vielen als Geheimfavorit gehandelt. Kumpel Robi setzte sogar einen Lappen darauf, dass das russische Team den Pot holt. Nun ist das 1:4 gegen Spanien (welches auch heuer wieder im Viertelfinale rausfaulen wird) sicherlich noch nicht das Ende des EM-Abenteuers, doch merkte man dem Team eine gewisse Unerfahrenheit deutlich an. Einer wie Arschawin fehlt der Mannschaft in jeglicher Hinsicht. Doch der ist erst wieder für Spiel 3 gegen Schweden spielberechtigt. Russland wird wohl nicht über die Gruppenspiele hinaus kommen und Robi ist um einen Hunderter ärmer.

Was die Griechen im Spiel gegen Schweden zeitweise zeigten, ist Betrug am Stadionbesucher, der sich mühevoll ein EM-Ticket ergattern musste und auch noch eine Menge Kohle dafür ausgegen hat. Minutenlang wurde die Kugel in der Abwehr hin und her gereicht, während auch die Schweden nicht vor hatten, den Griechen ins offene Messer zu laufen und abwarteten. Die 1. Halbzeit zwischen Griechenland und Schweden war das Schrecklichste, was es bis anhin an der EURO 2008 zu sehen gab. In Halbzeit Zwei sorgte wie erwartet Zlatan Ibrahimovic für einen Farbtupfer, als er dem griechischen George Clooney-Keeper Nikopolidis das Ding ins Lattenkreuz hämmerte. Nur kurze Zeit später landete das zweite Ei im Tor der Griechen. Verteidiger Hansson würgte die Pille mit Glück ins Netz des Titelverteidigers.

Beim Spiel der Schweiz gegen die Türkei werden Erinnerungen an jene Nacht von Istanbul im November 2005 wach als sich Türke und Schweizer nicht nur den Arsch versohlten. Nun ist es wieder soweit! An der EURO 2008! Wieder geht es wohl um alles für die beiden Teams. Während die Türkei vor allem verletzte Verteidiger vorzuweisen hat, mangelt es den Schweizern vor allem an Stürmern. Dennoch glaube ich, dass wir die Türkei zu Hause in Basel weghauen werden! Mein Tipp: Schweiz – Türkei 1:0

Im Duell der beiden Erstrundensieger treffen sich, wie schon im Champions League-Final, die beiden Superstars Cristiano Ronaldo und Petr Cech. Dem imponierenden Auftritt gegen die Türken ist es zu verdanken, dass ich auch in diesem Spiel voll auf die Portugiesen setze. Mein Tipp: Tschechien – Portugal 0:2



Spiel zu Ende – EURO (noch) nicht
Juni 8, 2008, 10:30
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Es war ein bitterer Abend für die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft. Gut gespielt, schliesslich aber trotzdem Spiel und Captain Alexander Frei verloren. Tschechien hat den Sieg keineswegs gestohlen. Ein Unentschieden wäre wohl dennoch das gerechte Ergebnis gewesen, doch fehlte den Schweizern zeitweise ganz einfach das Glück. Beim Lattenknaller von Johan Vonlanthen zum Beispiel, aber auch bei zwei Aktionen von Tschechen-Verteidiger Ujfalusi, dem das Leder zweimal im Strafraum an die Hand klatschte. Zwar muss bei beiden Aktionen keineswegs auf Elfmeter entschieden werden… es gibt aber durchaus Schiris, die auf den Punkt gezeigt hätten.

Tja und nun spielen wir am Mittwoch gegen die Türken, welche im weiten Spiel des Eröffnungstages Portugal 0:2 unterlagen, bereits um Sein oder NIchtsein. Wer verliert ist raus aus dem Turnier, ein Unentschieden würde wohl keinem Team wirklich etwas bringen. Nicht einfacher wird die Angelegenheit duch den (mindestens) sechswöchigen Ausfall Alexander Freis und dem Umstand, dass die Schweizer Nati mit Streller und Derdiyok nun bloss noch über zwei Stürmer verfügt. Allerdings könnte man durchaus auch einen Johan Vonlanthen in der Spitze einsetzen.

Es gibt natürlich noch keinen Grund zu kapitulieren. Es sind weiterhin noch two games to go! Köbi Kuhn meinte an der Pressekonfernez jedenfalls «Das Spiel ist zu Ende – die EURO nicht!». Noch nicht…

Heute gibt’s Tore
Unser EURO-Partner Österreich steigt heute ins Turnier ein. Als krasser Aussenseiter werden die Ösis gegen Kroatien mit Bestimmtheit eine gute Falle machen wollen. Dies wird ihnen wohl nur in den Anfangsminuten der Partie gelingen. Kroatien ist für Österreich eine Nummer zu gross. Mein Tipp: Österreich – Kroatien 0:3

Im Abendspiel treffen sich die Deutsche Elf und diejenige aus Polen zur Neuauflage des WM-Gruppenspiels von 2006. Damals netzte Oliver Neuville in der letzten Spielminute zum 1:0 ein. Heute wird die Sache nicht mehr derart knapp werden. Die Löw-Jungs sind tipptopp auf die EURO eingestimmt, das Team ist eingespielt. Mein Tipp: Deutschland – Polen 3:0



Go for it!
Juni 5, 2008, 11:51
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Es geht los! Am Samstag um punkt 18.00 Uhr ist das Bier kalt und das Steak schön durchgebraten (Salate sind für Karnickel!). Das Leben macht ab diesem Zeitpunkt plötzlich wieder Sinn. Es ist EM-Time! Drei Wochen lang Fussball all you can eat!

Noch schöner wäre ja, wenn unsere geliebte Schweizer Nati das Startspiel nicht gleich verbocken würde. Mit einem Unentschieden gegen ein ordentlich starkes Tschechien könnte ein Grossteil der Bevölkerung sicherlich leben. Eine Niederlage würde etwas auf die Stimmung drücken, wobei wir bei einem Schweizer Sieg ganz sicher noch ein kühles Helles extra hinter die Binde pfeifen würden.

EM-Eröffnungsspiele haben seit 1988 folgendermassen geendet: 1:1, 1:1, 1:1, 2:1, 1:2. Eine Torflut ist also rein nach Statistik völlig auszuschliessen. Wenn man bedenkt, dass die Schweiz nicht gerade über einen Paradeangriff verfügt und die tschechischen Stürmer a) sich gerade in einer Krise befinden (Baros) beziehungsweise b) gerade in die 2. Bundesliga abgestiegen sind (Koller), ist dies auch nicht unbedingt zu erwarten. Auf einem glittschigen Terrain werden sich die beiden Teams in Halbzeit 1 vor Nervosität beschnuppern, wobei in der 2. Halbzeit auf je einer Seite ein Tor fallen wird. Mein Tipp: Schweiz – Tschechien 1:1

Im zweiten Spiel des Tages/des Abend/der EM (Yes! It’s EM!!!) treffen sich die Jungs aus Portugal und der Türkei in Genf. Wir sind gespannt, ob Portugals Wunderknabe Christiano Ronaldo dort anzuknüpfen vermag, wo er im Verein-Championat aufgehört hat oder ob bereits am Samstagabend bittere Tränen fliessen werden. Angesichts des türkischen Lazaretts sowie der Ausmusterung einiger erfahrenen Teamstützen glaube ich persönlich eher an einen Portugal-Erfolg denn an ein Türken-Triumph. Mein Tipp: Portugal – Türkei 2:1



Müller in deutsch ≠ Müller en français
Juni 5, 2008, 1:01
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Nati-Abwehrcheffe Patrick Müller erzählt der Deutschschweizer Presse frischfröhlich von seinem guten Formstand und seinem Optimismus am Samstag gegen die Tschechen in der Startformation zu stehen. Den Kollegen von den westschweizer Medien berichtet der Lyon-Söldner jedoch etwas völlig anderes. Er sei wohl nicht zu 100% bereit und lasse den Trainer entscheiden, ob er ihn für die Startelf nominieren wolle.

Die Schweizer Medienlandschaft ist verwirrt ob Müllers Aussagen und doch ist so vieles klar: Patrick Müller ist sich selber nicht so sicher, ob sein Formstand reichen wird, um im wichtigen EURO-Eröffnungsspiel gegen Tschechien auf der Matte stehen zu können.

Sollte Müller tatsächlich nicht von Beginn weg ran können, ist mit einem Einsatz Stéphane Grichtings zu rechnen. Dabei wird der Mann von AJ Auxerre vor allem mit der Aufgabe vertraut gemacht, Philippe Senderos zu führen. Ein Kunststück, welches im Schweizer Lager scheinbar nur einer kann – Patrick Müller nämlich.

Das zweite Fragezeichen im Team Schweiz betrifft die Personalie um Tranquillo Barnetta. Laut eigenen Aussagen soll er bis am Samstag fit sein. Falls nicht wird sich Trainer Köbi Kuhn wohl für den formstarken Johan Vonlanthen auf der Position im linken Mittelfeld entscheiden.

Ich erlaube mir mal Köbi zu spielen und für das Startspiel gegen Tschechien eine Aufstellung vorauszusehen:
Benaglio – Lichtsteiner, Senderos, Grichting, Magnin – Barnetta, Inler, Fernandes, Behrami – Frei, Derdiyok



Finale impossibile
Mai 28, 2008, 4:42
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Heute machte sich Radio Pilatus in Österreich schlau, wie hoch denn das Fussballfieber in unserem EURO-Partnerland Österreich ist. Natürlich ist es hoch, die Vorfreude ist gross und einer meinte sogar, er würde es begrüssen, wenn sein Team Austria im Finale auf uns Schweizer trifft. Nette Leute, die Österreicher!

Aber, bei allem Optimismus, dass sich gerade die beiden Gastgeberländer im Endspiel treffen, es ist unmöglich. Der Spielplan der EURO 2008 lässt nämlich im besten Falle nur ein Halbfinale zwischen der Schweiz und Österreich zu. Laut diesem machen die Teams in den Gruppen A und B sowie C und D die beiden Finalisten aus. Somit kann dieses Jahr auch die Paarung des Eröffnungsspiels nicht dieselbe sein wie jene des Finals, wie es vor vier Jahren in Portugal der Fall war. Die Schweiz und Tschechien würden sich optimaler Weise schon im Halbfinal wieder auf die Socken hauen.

Dass nicht jedes Finalspiel möglich ist, finde ich persönlich doof. Auch dass die Schweiz bei einer Viertelfinalqualifikation als zweitplatzierte Mannschaft in der Gruppenphase folglich in Österreich und die Österreicher bei selbigem Umstand in der Schweiz spielen müssten, kann wohl kaum einer verstehen. Aus diesem Grund habe ich die UEFA um Stellungnahme gebeten, auf welche ich nun warte.

Hier eine kleine Auswahl der Finalspiele, auf die wir bei der EURO 2008 leider verzichten müssen:
Schweiz-Österreich
Schweiz-Deutschland
Portugal-Deutschland
Italien-Frankreich
Frankreich-Holland
Italien-Holland
Spanien-Italien
Spanien-Frankreich
Griechenland-Italien



Eggimann und Häberli nicht auf der Bank
Mai 28, 2008, 2:51
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Wenn Köbi Kuhn etwas hasst, dann sind es Pressekonferenzen. Wenn alle Augen auf ihn gerichtet sind und er auch noch etwas sagen soll… das mag er nicht unser Köbi National.

Heute Mittag war es wiedermal so weit. Der Nationalcoach lud die Medien in Lugano zum Communique, begleitet von seinem Pressesprecher und dem Teamarzt, der zum Schluss allerdings nicht viel zu sagen hatte. «Nichts passiert. Alles in Ordnung mit den Jungs!» meinte der Mannschafts-Doc in zwei Sprachen, wobei doch jeder weiss, dass mit Tranquillo Barnetta nicht alles zu stimmen scheint. Man darf jedoch davon ausgehen, dass der Teamarzt davon ausgeht, dass die Presseheinis davon schon richtig informiert wurden.

Zum Beginn der Medienkonferenz liess unser Natitrainer verlauten, dass Mario Eggimann und Thomas Häberli nach Hause reisen dürften. Grichting bleibt. Cabanas bleibt. Huggel bleibt auch.

69% der BLICK Online-Leserschaft meinte darauf, dass Köbi die falschen rausgeschmissen hätte. «Aber der Eggimann hat doch soo viele Tore geschossen! Und der Häberli auch!», um sich versuchsweise in einen BLICK Online-Leser hineinzuversetzen. Nun ist Eggimann zweifelsohne ein hervorragender Spieler, der in der Zukunft unter Othmar Hitzfeld sicherlich eine Rolle spielen wird. Für die EURO 2008 wird jedoch ein ergänzendes Teil für die Innenverteidigung um Müller, Senderos und Djourou gesucht und in dieser Hinsicht ist Stéphane Grichting, der ausserdem auch sprachlich zu jenem Trio passt, die richtige Wahl.

Thomas Häberli hat tatsächlich viele Tore erzielt – in der Schweizer Super League. Auch er ist ein toller Spieler und ein symapthischer dazu. Aber die Schweizer Nationalmannschaft braucht nicht dringend vier Stürmer (plus einen Hakan Yakin) im Kader. Und von all den Stürmern zieht Häberli definitiv den Kürzesten.

Köbi Kuhn’s Wahl ist nachvollziehbar, wobei man nicht vergessen darf, dass es bei dem ganzen Rummel von heute Mittag in Lugano wohl blos darum ging, zu verkünden, wer bei der EURO 2008 drei bis vier Spiele lang nicht auf der Bank sitzen wird.



Tests und Cuts
Mai 28, 2008, 9:28
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Noch 10 Tage bis zur EURO 2008. Die Teilnehmerländer testen ihre Form gegen Teams, welche vorzugsweise der Spielart ihrer EM-Kontrahenten nahe kommen. So haute die Schweizer Nati am vergangenen Samstag die Slowaken 2:0 weg weil man das Spiel gegen die Tschechen «simulieren» wollte. Die Türken taten dies schon Tage zuvor, indem sie 1:0 gewinnen konnten.

Startgegner Tschechien überzeugte in Prag beim 2:0-Erfolg gegen Litauen. Besonders ihr «Riesenbaby» im Sturm scheint rechtzeitig zum Aufeinandertreffen mit unserem Schweizer Team auf Höchstform aufzulaufen. Der Nürnberger erzielte beide Tore und bildete zusammen mit Mittelfeldmann Jankulowski und Torwart Cech die Achse im Spiel der Tschechen.

Währendessen verkrampfte sich Deutschland beim Test gegen Weissrussland beim 2:2 in Kaiserslautern, wobei die DFB-Elf eine gemütliche 2:0-Führung verspielte. Die Schuld gibt die Presse zum einen dem Lieblingsopfer Jens Lehmann, zum anderen den vielen Auswechslungen in Halbzeit Zwei durch den zahnwehgeplagten Teamchef Jogi Löw.

Co-Gastgeber Österreich seinerseits konnte die Übung gegen Nigeria erneut nicht siegreich gestalten. Experten wollen beim 1:1 jedoch einige Lichtblicke im Spiel des Austria-Teams gesehen haben.

Derweil zerbrechen sich die Teamverantwortlichen einiger EM-Teilnehmerländer die Köpfe. Heute verstreicht nämlich die Meldefrist für die 23-Mann-Kader. Bei den Deutschen sind es beispielsweise noch drei, bei Italien einer und im Schweizer Team zwei Spieler, die zuviel mit an Board sind.

Bei der Deutschen Elf geht man davon aus, dass es die Herren Jones, Helmes und Trochowski treffen könnte, welche ihre Ferien planen können. Allerdings ist auch Deutschland Fussballer des Jahres Mario Gomes ein (verletzungsbedingter) Wackelkandidat.

Italiens Coach Roberto Donadoni dürfte einen Stürmer streichen. Antonio Cassano, Antonio Di Natale und Fabio Quagliarella sind die Favoriten dafür.

Und Köbi Kuhn – der will bereits wissen, wer er nach Hause schicken wird. Ein Innenverteidiger soll es mit Bestimmtheit sein und dabei soll die Wahl auf einen aus dem Duo Eggimann/Grichting fallen. Mario Eggimann vom Karlsruher SC, der auf die kommende Saison zu Hannover 96 wechselt, hat eine äusserst erfolgreiche Saison hinter sich. Kein Bundesliga-Verteidiger vermochte in der abgelaufenen Spielzeit mehr Tore zu erzielen als der Aargauer. Stéphane Grichting vom Ligue 1-Verein Auxerre wird jedoch allgemein im 23er Kader der Schweizer Equipe erwartet, da Erfahrung und Abstimmung mit den anderen drei (französisch sprechenden) Innenverteidigern für den Romand sprechen.

Ein weiterer Mann, der über die Klippe springen muss, könnte Benjamin Huggel sein, wobei auch Ricardo Cabanas sein EM-Ticket noch nicht auf sicher glauben dürfte.