Zum Schluss des Schweizer Heim-EM-Abenteuers wurde Geschichte geschrieben! Der 2:0-Sieg gegen Portugal (bzw. gegen das «B-Team» Portugals) bedeutet der erste Sieg einer Schweizer Nationalmannschaft an einer EM-Endrunde. Hakan Yakin konnte sich mit als Doppeltorschütze feiern lassen und reiht sich damit mit insgesamt 3 Toren zu Lukas Podolski auf Platz 2 der aktuellen EURO-Torschützenrangliste. Es war ein anständiger Schlusspunkt der Schweizer Nati an der EURO 2008. Freuen wir uns nun aber auf Othmar Hitzfeld, der uns doch hoffentlich mit einer neuen Nationalmannschaft an die WM 2010 in Südafrika führen wird!
Dass sich die Türken fürs Viertelfinale qualifizieren konnten, ist einer verrückten Schlussphase zu verdanken, Weltklassetormann Petr Cech griff im dümmsten Moment daneben, um Nihat den 2:2-Ausgleich zu ermöglichen, worauf der selbe Spieler nur Sekunden später mit einem Traumtor den 3:2-Sieg klarstellte. Türken-Hüter Volkan brachte dabei das Kunststück fertig, Riese Koller umzuhauen, was ihm aber keine Noten vom Ringrichter sondern den Roten Karton einbrachte.
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Portugal heisst der letzte Gegner der Schweizer Nationalmannschaft an dieser EURO. Portugal ist auch der letzte Gegner in der Ära von Köbi Kuhn. Es wäre dem Mann, der uns an die EURO 2004 wie auch an die WM 2006 brachte, gegönnt, sein letztes Spiel an der Linie unserer Nati mit einem Sieg zu beenden. Damit würden die Schweizer Geschichte schreiben, denn noch nie gelang es einer Schweizer Nationalmannschaft, an einer Europameisterschaft ein Spiel zu gewinnen. Leider wird das Spiel der bereits ausgeschiedenen Schweizer gegen die bereits für die Viertelfinals qualifizierten Porugiesen (wohl ohne Superstar Cristiano Ronaldo) bloss zu einem Freundschaftsspiel. Von daher sollte die Schweiz in dieser Partie favorisiert sein, haben sie doch genau solche Testspiele seit zwei Jahren geübt… Mein Tipp: Schweiz – Portugal 1:0
Um mehr als nur die Goldene Ananas geht es in der anderen Begegnung der Gruppe A. Tschechien und die Türkei werden sich ganz schön auf die Socken hauen. Da beide Teams vor diesem Spiel sowohl 3 Punkte wie auch 2:3 Tore auf ihrem Konto haben, könnte es bei einem unentschiedenen Ausgang zum ersten Mal in der Geschichte der EURO zu einem Elferschiessen in den Gruppenspielen kommen. Mein Tipp: Tschechien – Türkei 0:0, 4:2 nach Penaltys
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Unglaubliches Holland! Da bezwingt man zum EURO-Auftakt mal so eben kurz den Weltmeister diskussionslos mit 3:0 um vier Tage später auch dessen Vize 4:1 vom Feld zu spülen. Die Niederlande boomt! In der Schweiz – insbesondere in Bern – kursiert das Oranje-Fieber!
Wer hätte gedacht, dass die Jungs von Bondschoach Marco van Basten in dieser Art und Weise die so viel zitierte «Todesgruppe» beherrschen wird. Fussball der begeistert! Vom Feinsten! Vom Besten! So spielen Europameister! Und wenn ich wählen dürfte, wäre für mich ein Endspiel mit den Holländern und den Portugiesen das Grösste!
Holland hat sich mit diesem Sieg gegen Frankreich nicht nur die Qualifikation für die Achtelfinals gesichert – Oranje steht auch definitiv auf Platz 1 der Gruppe C. Im Spiel gegen Rumänien kann Holland getrost einige Stars schonen, was zwei Mannschaften jedoch nicht wirklich in den Kramm passen wird. Verliert Holland nämlich das für sie bedeutungslose Spiel gegen Rumänien, scheidet Italien und Frankreich aus – egal wie ihr Direktduell ausgehen wird. Die Frage ist also, ob Holland in einem allfälligen Halbfinale lieber gegen ein Team wie Rumänien oder aber gegen eines wie Italien oder Frankreich antreten möchte… Für Italien wäre ein solches, für sie negatives Szenario besonders hart, fühlte es sich doch bereits an der EURO 2004 von Schweden und Dänemark hintergangen, die mit einem 2:2 im letzten Spiel den Italienern jegliche Chance auf ein Weiterkommen verbauten.
Die Gruppe D geht als letzte in die 2. Runde. Spanien und Schweden kennen sich bereits schon aus den Qualifikationsspielen und streben in Innsbruck ihren zweiten Sieg des bisherigen Turniers an. Man darf gespannt sein, wie sich die Schweden gegen einen «richtigen» Gegner behaupten können. Schliesslich stiessen sie gegen die Griechen auf nicht allzu viel Widerstand. Für Spanien hingegen gilt es, den Schwung aus der tollen Partie gegen Russland mitzunehmen. Gelingt dies, sollte einem weiteren Spanien-Triumph nichts im Wege stehen. Mein Tipp: Spanien – Schweden 3:2
Der eine Gastgeber ist bereits ausgeschieden, der Weltmeister kam nochmals mit einem Blauen Auge davon, der Europameister hingegen wird nach dem zweiten Spiel keine Rolle mehr spielen. Mit einer weiteren desolaten Leistung wie jener im Schweden-Spiel gegen die Russen Hopfen und Malz verloren. Mein Tipp: Griechenland – Russland 0:4
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Österreich und die Nachspielzeit – das passt! Bereits bei der Fussball-WM 1998 in Frankreich erzielten die Ösis ihre sämtlichen drei Treffer des Turniers jeweils nach der regulären Spielzeit. Zweimal konnte man damals noch ausgleichen, Andreas Herzogs Treffer gegen Italien war jedoch nur noch für die Statistik.
Diese Statistik kannten die Polen nicht. Der 38-jährige Vastic war es, der den zugesprochenen Elfer hemmungslos ins linke Eck dreschte und damit den EURO-Traum Österreichs am Leben hielt. Allerdings hätten es sich die Jungs um Trainer Josef Hickersberger viel einfacher machen können. Wie gegen die Kroaten rannten sie auf das polnische Tor an, litten aber noch immer an dieser heimtückischen Torimpotenz. Leitgeb, Harnik und Ivanschitz scheiterten reihenweise am eigenen Unvermögen bzw. am hervorragenden Polen-Keeper Boruc. Als Polens eingebürgerter Brasilianer Guerreiro in klarer Offsideposition (Wie heisst eigentlich der Blindenhund des Schiri-Assistenten?!?) zum 0:1 einschoss, stellten die Ösis ihre Angriffsbemühungen unter Schockzustand für eine gewisse Zeit ein. Erst in der Schlussphase spürte man Österreich den unbedingten Willen zum Sieg wieder an, was sich am Ende ausbezahlte.
Somit wären wir dort angelangt, wo die Deutschen nie hin wollten. Deutschland gegen Österreich verkommt zur entscheidenden Partie in der Gruppe B weil die Deutschen ihr zweites Spiel gegen die Kroaten mit 1:2 verbockten. Die DFB-Elf zeigte ungewohnte Schwächen, war zeitweise extrem unorganisiert, gewisse Spieler standen buchstäblich «im Kraut» und Captain Michael Ballack war nicht imstande seine Truppe zu führen. Es war ein desolater Auftritt des Europameisters von 1996, was die BILD-Zeitung zur Schlagzeile verführte: «Jogi, diese Pleite macht uns Angst!». Soll heissen: Die Deutschen machen sich vor den Österreichern in die Hose. Eine Niederlage in Wien käme einem zweiten «Cordoba» gleich (1978 verlor Deutschland im argentinischen Cordoba gegen Österreich mit 2:3 und schied vorzeitig aus. Das Spiel ging als «Schmach von Cordoba» in die Geschichte ein).
Ex-Bundestrainer Berti Vogts meinte, dass Österreich nur alle 50 Jahre gegen Deutschland gewinne. Da «Cordoba» erst 30 Jahre her ist, wäre für ihn der Fall klar, dass Deutschland das Ding schon schaukeln werde. Dies glaube ich allerdings auch. Aber es wird kein Spaziergang werden. Österreich wird Jogi Löws Truppe am Montag in Wien alles abverlangen. Wir werden ein tolles Spiel zu sehen bekommen!
Gespannt darf man heute Abend auf Italiens Reaktion auf die Klatsche vom vergangenen Montag sein. Gegen Rumänien müssen nun Tore und Punkte her. Rumäniens Roma-Verteidiger Chivu protzte vor dem Spiel: «Italien wird durch die Hölle gehen müssen!». Dies ist sich die Squadra Azzurra jedoch bereits schon aus dem Holland-Spiel gewöhnt. Mein Tipp: Italien – Rumänien 2:0
Das Knallerspiel in der Todesgruppe C findet aber in Bern statt. Hundertausende von Oranje-Fans säumen erneut die Stadt Bern, um ihre Mannschaft gegen die Equipe Tricolore zum zweiten Sieg des Turnier zu schreien. Die Franzosen sind nach der mässigen Leistung gegen Rumänien unter Zugzwang. Ein tolles Aufeinandertreffen der Superstars ist zu erwarten! Mein Tipp: Holland – Frankreich 2:2
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Die Schweiz ist raus. Wir Eidgenossen können nun getrost zurücklehnen, um den richtigen Stars bei der Arbeit zuzusehen. Die Portugiesen zum Beispiel lieferten im Spiel gegen Tschechien eine wundervolle Vorstellung ab. Einem Cristiano Ronaldo zuzusehen, wie er zwei Tore vorbereitet und eines selbst erzielt, ist ganz einfach grossartig. Portugal qualifizierte sich dank eines 3:1-Sieges gegen toll spielende Tschechen als erstes Team für die Viertelfinals der EURO 2008. Das Spiel vom Sonntag gegen die Schweiz hat nur noch Freundschaftsspiel-Charakter.
Derweil findet zur selben Zeit der Kracher zwischen Tschechien und der Türkei statt. Die beiden Teams teilen sich nach zwei Partien den zweiten Platz und weisen ausserdem das exakt gleiche Torverhätnis auf (2:3). Endet das Spiel am Sonntag also Unentschieden findet an der EURO 2008 ein absolutes Novum statt: Ein Elfmeterschiessen in den Gruppenspielen. Das Reglement sagt nämlich: «Treffen im abschließenden Gruppenspiel zwei Mannschaften aufeinander, die die gleiche Punktzahl, die gleiche Tordifferenz sowie die gleiche Anzahl erzielter Tore aufweisen, und endet diese Begegnung nach 90 Minuten mit einem Unentschieden, entscheidet ein Elfmeterschießen über die Platzierung. Voraussetzung ist aber, dass in der anderen abschließenden Gruppenbegegnung keine Mannschaft auf die Punktzahl der anderen beiden Mannschaften kommt.»
Österreich steht heute vor einer ähnlichen Aufgabe wie die Schweiz gestern. Nach der unglücklichen Auftaktniederlage gegen Kroatien, gilt es heute die ebenfalls noch punktelosen Polen zum bezwingen. Mit einer ähnlich guten Leistung wie am vergangenen Sonntag könnte dies dem Team von Coach Hickersberger auch gelingen. Ich persönlich glaube fest an einen Austria-Erfolg! Mein Tipp: Österreich – Polen 1:0
Im Vorprogramm der Österreich-Partie wird Deutschlands Form von den Kroaten getestet. Mladen Petric und Company müssen nun mit schwererem Geschütz auffahren, als dass sie es im Startspiel gegen Österreich getan haben. Kroatien ist mit Bestimmtheit ein grösserer Brocken als Polen, welche Deutschland letzten Sonntag noch ohne speziellen Aufwand zu bezwingen vermochte. Auf einen tollen Fight darf man sich freuen. Mein Tipp: Deutschland – Kroatien 1:1
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Die Frustration ist gross in der Schweiz. Seit Dezember 2002, als die EURO 2008 an die Schweiz und Österreich vergeben wurde, fieberte das Schweizer Volk dem Grossanlass entgegen. Nun ist nach nur gerade einer halben Woche alles vorbei. Die Schweizer Nationalmannschaft scheidet nach zwei Spielen und null Punkten als erste Mannschaft des Turniers aus.
Das ist der Beweis: Fussball ist eine Mannschaftssportart! Ja, wir haben einen Barnetta, einen Frei, einen Inler, einen Magnin und einen Yakin. Aber was nützen uns diese wenn sie verletzt oder ganz einfach ausser Form sind? Und vor allem… was kommt danach?
Als Johan Vonlanthen beim Stand von 1:1 ins Spiel eingewechselt wurde, konnte man noch leise hoffen, dass nochmals ein Ruck durchs Schweizer Team gehen würde. Die Einwechslungen von Cabanas und Gygax schienen allerdings eher wie eine Kapitulation. Ein Armutszeugnis. Die Schweizer Nationalmannschaft hat ganz einfach keine genügend gute Spieler, um die Gruppenphase einer Europameisterschaft zu überstehen.
Wir spielten zu Hause und wir spielten nicht gegen Portugal oder Holland sondern gegen die Türkei (welche an der EM teilnimmt weil die Norweger in der Qualifikation einen absoluten Fliegenfänger zwischen die Pfosten stellte). Es wäre schön gewesen, im letzten Gruppenspiel mit aller Kraft nochmals nach dem letzten Strohhalm zu greifen. Spätestens am Sonntagabend wäre die EURO 2008 für uns aber eh zu Ende gewesen… weil Fussball ein Teamsport ist und unser Team zu wenig Qualität hat, um im internationalen Fussball auf höchster Ebene zu bestehen.
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Nun haben wir also jedes Team einmal auf dem Pitch gesehen. Zeit also, um ein kleines Top- und Flop-Fazit zu ziehen.
DIE TOPS:
1. Holland
Damit meine ich das Team der Niederlande UND seine Fans. Unglaublich, was zurzeit in unserer Bundeshauptstadt Bern los ist. Tausende von Holländern säumen die Plätze und Gassen, machen die Stadt zur Partyzone. Kein Wunder eigentlich bei dieser Nationalmannschaft. Schnelles Kurzpassspiel, wunderbarer Konterfussball und leckere technische Raffinessen liessen uns Fans mit der Zunge schnalzen! Weiter so! Hup Holland!
2. Portugal
Ehrlich gesagt, kann unsere Schweizer Nati nur hoffen, dass sich die Portugiesen heute Abend gegen die Tschechen vorzeitig fürs Achtelfinale qualifizieren und dann im letzten Spiel (in welchem es für die Schweiz hoffentlich noch um etwas geht) auf diverse Stammspieler (zum Beispiel auf Cristiano Ronaldo) verzichten würde. Obwohl, und das ist das tolle am portugisieschen Team, auch die Jungs auf deren Ersatzbank ganz gut mit dem Ball umgehen können. Das Spiel der Portugiesen gegen die Türkei war auf jeden Fall ein Augenschmaus!
3. Österreich
Unsere Mitgastgeber der EURO 2008 spielte sich in die Herzen der Fans. Trotz der 0:1-Niederlage gegen Kroatien beeindruckte die Hickersberger-Elf mit frechem Fussball über die Flügel. Ich persönlich oute mich hiermit hochoffiziell als Austria-Supporter! Immer wieder Österreich!
4. Deutschland
Das war zu erwarten. Deutschland marschiert bereits in bekannter Manier in Richtung Finale. Die Mannschaft ist eingespielt und hat Qualität. Ein EM-Topfavorit sondergleichen!
DIE FLOPS:
1. Griechenland
Ja, der amtierende Europameister kommt in meiner Flop-Rangliste noch vor den Italienern. Ein Skandal, mit welchen Mitteln sich die Rehhagel-Mannschaft versuchte, einen Punkt zu erschleichen. Angsthasen-Fussball sondergleichen! Zeus bestrafte die mikrige Vorstellung mit zwei Gegentreffern innert kurzer Zeit. Richtig so.
2. Italien
Man hatte so richtig Mitleid mit den Italienern, wie sie von einem bärenstark aufspielenden Holland gedemütigt wurde. Die Verteidigung stand vollständig im Schilf, Teamchef Donadoni war die Ratlosigkeit während 90 Minuten ins Gesicht geschrieben. Pech für die Azzurri, hätte die Elftal das Geschehene doch mit jedem anderen Gegner ebenso vollbracht.
3. Frankreich
Ja, Rumänien ist nicht zu unterschätzen. Was aber die französische Equipe gegen die Rumänen bot, war nicht das Gelbe vom Ei. Von einem Welt- und Europameister darf man mehr erwarten als eine Kapitulation an der gegnerischen Strafraumlinie.
4. Das Wetter
Es gab in der Vergangenheit Welt- und Europameisterschaften, welche wir uns mit Flip-Flops und Dreiviertelhose ankuckten. Momentan holt man sich damit nicht weniger als eine deftige Halskehre. Das Wetter ist ein Skandal! Das lassen wir uns nicht mehr bieten! Wir wollen schönes Wetter! Jetzt!
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Wie vor zwei Jahren (4:0 gegen die Ukraine) startete Spanien auch heuer mit vier Toren ins Fussballturnier. Valencias David Villa steuerte gleich drei Treffer zum 4:1-Sieg gegen die Russen bei. In beneidenswerter Form befindet sich auch sein Sturmpartner Fernando Torres, der aber kurz nach der Pause durch Arsenals Fabregas ausgetauscht wurde. SF-Co-Kommentator Toni Polster konnte diese Entscheidung von Spaniens Coach Aragones beim Stand von 2:0 nicht verstehen: «Er sollte jetzt nicht zu defensiv spielen. Das könnte ins Auge gehen!» meinte der ehemalige Austria-Topscorer. Nun ist Fabregas bestimmt kein Pendant zu Torres, einen Stürmer durch einen offensiven Mittelfeldspieler auszutauschen ist allerdings mit Bestimmtheit kein Zeichen, um hinten den Sack zu zu machen…
Die Russen wirkten etwas ratlos. Die Jungs von Guus Hiddink wurden im Vorfeld der EURO von vielen als Geheimfavorit gehandelt. Kumpel Robi setzte sogar einen Lappen darauf, dass das russische Team den Pot holt. Nun ist das 1:4 gegen Spanien (welches auch heuer wieder im Viertelfinale rausfaulen wird) sicherlich noch nicht das Ende des EM-Abenteuers, doch merkte man dem Team eine gewisse Unerfahrenheit deutlich an. Einer wie Arschawin fehlt der Mannschaft in jeglicher Hinsicht. Doch der ist erst wieder für Spiel 3 gegen Schweden spielberechtigt. Russland wird wohl nicht über die Gruppenspiele hinaus kommen und Robi ist um einen Hunderter ärmer.
Was die Griechen im Spiel gegen Schweden zeitweise zeigten, ist Betrug am Stadionbesucher, der sich mühevoll ein EM-Ticket ergattern musste und auch noch eine Menge Kohle dafür ausgegen hat. Minutenlang wurde die Kugel in der Abwehr hin und her gereicht, während auch die Schweden nicht vor hatten, den Griechen ins offene Messer zu laufen und abwarteten. Die 1. Halbzeit zwischen Griechenland und Schweden war das Schrecklichste, was es bis anhin an der EURO 2008 zu sehen gab. In Halbzeit Zwei sorgte wie erwartet Zlatan Ibrahimovic für einen Farbtupfer, als er dem griechischen George Clooney-Keeper Nikopolidis das Ding ins Lattenkreuz hämmerte. Nur kurze Zeit später landete das zweite Ei im Tor der Griechen. Verteidiger Hansson würgte die Pille mit Glück ins Netz des Titelverteidigers.
Beim Spiel der Schweiz gegen die Türkei werden Erinnerungen an jene Nacht von Istanbul im November 2005 wach als sich Türke und Schweizer nicht nur den Arsch versohlten. Nun ist es wieder soweit! An der EURO 2008! Wieder geht es wohl um alles für die beiden Teams. Während die Türkei vor allem verletzte Verteidiger vorzuweisen hat, mangelt es den Schweizern vor allem an Stürmern. Dennoch glaube ich, dass wir die Türkei zu Hause in Basel weghauen werden! Mein Tipp: Schweiz – Türkei 1:0
Im Duell der beiden Erstrundensieger treffen sich, wie schon im Champions League-Final, die beiden Superstars Cristiano Ronaldo und Petr Cech. Dem imponierenden Auftritt gegen die Türken ist es zu verdanken, dass ich auch in diesem Spiel voll auf die Portugiesen setze. Mein Tipp: Tschechien – Portugal 0:2
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Da hat wohl jemand einen kleinen Fehlstart hingelegt… Italiens erste Partie in der Todesgruppe C endete im Desaster für den Campione del Mondo 2006.
Meine Bedenken, das gross angekündigte Topspiel zwischen Holland und Italien könnte in langweiligem Angsthasengekicke enden, bewahrheiteten sich nicht. Dies lag vor alem an einem Team – jenem Hollands. Das temporeiche Spiel mit vielen genauen Kurzpässen überforderte den Weltmeister in allen Belangen. Wesley Sneijder spielte überragend, Rafael van der Vaart zeigte seine technische Raffinesse, Ruud van Nistelrooy sorgte immer wieder für Unruhe im italienischen Abwehrsystem und Goalie van der Sar war stets zur Stelle, wenn es ab und zu auch mal im Strafraum der Oranjes etwas brenzlig wurde.
So sehr es ein Augenschmaus war, den Holländern zuzusehen, so sehr fragte man sich, was denn mit Italiens einstigem Prunkstück, der Verteidigung, geschehen ist. Fabio Canavarros Absenz war an allen Ecken und Enden zu spüren – das Stellungsspiel der Azzurri erinnerte zeitweise an einen Hühnerhaufen. Das Spiel zwischen den beiden EM-Favoriten erinnerte an das French Open-Finale zwischen Rafael Nadal und Roger Federer vom letzten Wochenende, als auch hier die Nummer 1 vom Herausforderer auf dem Platz vorgeführt wurde.
Holland ist mit diesem 3:0-Erfolg natürlich zum Topfavorit auf einen der beiden ersten Plätze in der Gruppe C aufgestiegen. Italien wird in den beiden Spielen gegen Rumänien und Frankreich, welche sich in einem schwachen Spiel 0:0 trennten, anders auftreten müssen. Ansonsten heisst es für die Squadra Azzurra wie schon 1996 und 2004 «Ciao» nach der Gruppenphase…
In Innsbruck und Salzburg beginnt heute Abend die EURO 2008 nun auch für die Teams in der Gruppe D. Spanien trifft, wie schon 2004, als erstes auf die Russen. Vor allem dank dem Erfolg von Zenit St. Petersburg im UEFA-Cup ist Russland für viele zum Geheimfavoriten mutiert. Dass die beiden Stars Arschawin (gesperrt) und Pogrebnyak (verletzt) gegen Spanien nicht mittun können, ist für die Russen eine grosse Hypothek. Die Spieler von Zenit sind im Team von Guus Hiddink kaum zu ersetzen. Spanien kann hingegen auf alles zählen, was Rang und Namen hat. Mein Tipp: Spanien – Russland 2:1
Titelverteidiger Griechenland bekommt im zweiten Spiel der Gruppe D die Schweden als harten Brocken vorgesetzt. Man darf gespannt sein, ob es Griechenlands Trainer Otto Rehhagel gelingt, auf ein Neues eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen, welche auch an der EURO 2008 kräftig für Furore sorgen kann. Bei den Schweden wird man den Fokus vor allem auf Inter-Star Zlatan Ibrahimovic stellen. Und weil wir gestern Abend so richtig auf den Geschmack gekommen sind, erhoffen wir für heute einfach erneut ein grosses Offensivspektakel! Mein Tipp: Griechenland – Schweden 1:3
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Nach der Schweiz ist auch der andere Gastgeber Österreich unglücklich ins Turnier gestartet. Wie die Schweizer spielte auch das Austria-Team guten Fussball, musste sich am Ende dennoch 0:1 gegen ein grösstenteils enttäuschendes Kroatien geschlagen geben.
Die Ösis waren wohl etwas übermotiviert in ihre erste Fussballendrunde seit 1998 gestartet. René Aufhauser haute bereits nach 4 Minuten Kroaten-Stürmer Olic in der Penalty-Box um und schrieb damit EURO-Geschichte! Noch nie wurde an einer EM-Endrunde schneller auf den Elferpunkt gezeigt. Schiri Vink tat es und Kroatiens Talent Modric verwandelte.
Es folgte ein Spiel auf ein Tor, wobei wir nicht vom Austria-Tor sprechen sondern von jenem der kroatischen Mannschaft. Der junge Harnik war rechts aussen immer anspielbar. Säumel und später Kienast gewannen praktisch jedes Kopfballduell im gegnerischen Strafraum, der 38-jährige Vastic führte nach der Pause Regie und der eingewechselte Korkmaz wirbelte auf der linken Seite die kroatische Defensive gewaltig durch. Es war eine Freude den Österreichern zuzusehen. Ein Punkt wäre mehr als nur verdient gewesen.
Aber schon beim Spiel der Schweizer gegen Tschechien musste man einsehen, dass im Fussball so oft nicht jenes Team gewinnt, welches besser spielt. Dies gilt auch für die Österreicher, die nun im nächsten Spiel gegen Polen bereits unter Erfolgsdruck stehen. Weiterhin wäre ein Weiterkommen der Ösis eine grosse Überraschung. Österreich wird wohl nur «Europameister der Herzen» werden.
Im zweiten Spiel des Abends führte Lukas Podolski seine deutsche Nationalelf mit einer Doublette zu einem ungefährdeten 2:0-Sieg über sein Geburtsland Polen. Deutschland unterstrich damit seine Favoritenrolle auf die EM-Krone deutlich.
Start der Todesgruppe
Beim Wort «Todesgruppe» schaudert es so manchem Anhänger der Azzurri. Italien kämpft heute Abend in Bern gegen die Oranjes aus Holland um Punkte. Der Umstand, dass die Holländer wohl auf die Kaderspieler van Persie und Robben verzichten müssen wird meiner Meinung nach nichts daran ändern, dass das Spiel torlos ausgehen wird. Gross angekündigte Spiele versprechen grundsätzlich eh zuviel. Dazu kommt, dass sich wohl keine Mannschaft eine Startniederlage leisten möchte. Angsthasenfussball ist vorprogrammiert. Mein Tipp: Holland – Italien 0:0
Im Vorprogramm dieses Klassikers duellieren sich die Jungs aus Frankreich mit jenen aus Rumänien. Bei den Rumänen erwartet man, dass Stürmerstar Mutu nicht voll bei der Sache sein wird, da seine Oma kürzlich verstarb und sein früherer Arbeitsgeber Chelsea ihm wegen eines Transferdeals vor Jahren die Hölle heiss macht. Bei den Franzosen freuen wir uns auf Herren wie Ribery und Henry. Frankreich wird das Ding schaukeln. Mein Tipp: Frankreich – Rumänien 3:1









